Hoff bittet Thüringer bei kostenlosen Tests um Geduld

09.03.2021 Thüringen braucht für ein flächendeckendes Angebot von mindestens einem kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche und Bürger noch Zeit. Einige Städte und Kreise hätten bereits ein solches Angebot, landesweit müsste die Infrastruktur aber erst geschaffen werden, sagte Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt. Vorgesehen sei ein Netz an Testzentren kombiniert mit Testmöglichkeiten in Apotheken, bei Ärzten, in Kliniken oder auch in öffentlichen Gebäuden.

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette. Foto: Zacharie Scheurer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Bund habe mit dem Versprechen wöchentlicher kostenloser Schnelltests Erwartungen geweckt, «die noch nicht erfüllt werden können. Das Land kann nicht zaubern», sagte Hoff. Die Landesregierung werde Städten und Kreisen Unterstützung geben, damit as Versprechen eingelöst werde.

Mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gebe es die Verabredung, die Infrastruktur für die Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Die Kommunen sollten prüfen, ob freiwillige Feuerwehren ebenfalls helfen könnten. «Wir brauchen jetzt eine Thüringer Teststrategie. Rheinland-Pfalz und andere Länder gehen voran», erklärte Umweltministerin Anja Siegsmund (Grüne).

Hoff bekräftigte, dass Impfungen und Tests wichtige Voraussetzungen seien, um Corona-Einschränkungen schrittweise zu lockern. Er appellierte an die Hersteller von Schnelltests, angesichts des großen Bedarfs nicht an der Preisschraube zu drehen, sondern sie kostendeckend «zu nachvollziehbaren Preisen» anzubieten.

Nach Angaben des Ministers soll für die Tests in Schulen und Kindergärten Anfang April ein Anbieterwechsel erfolgen. Es werde auch an Tests für Kinder - sogenannte Spuck- oder Lolly-Tests - gedacht. Zu Tests in der Wirtschaft seien in der kommenden Woche Gespräche unter anderem mit Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräten geplant.

Thüringen werde bei der Kontaktnachverfolgung auf die Luca-App setzen, bekräftigte Hoff. Wichtig sei, dass schnell alle Gesundheitsämter im Freistaat die Software für eine digitale Nachverfolgung von Corona-Infektionen einsetzten. «Das soll verpflichtend werden.» Standards setze dabei die Stadt Jena.

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