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Hygieneregeln: Herausforderungen für Thüringer Museen

27.04.2020 - Die wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossenen Museen dürfen wieder öffnen. Doch nicht alle tun das auch - was nicht nur damit zu tun hat, dass der Montag für viele Museen ohnehin Ruhetag ist.

  • Blick durch einen rekonstuierten DDR-Grenzsperr- und Signalzaun auf das Grenzmuseum Schifflersgrund. Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick durch einen rekonstuierten DDR-Grenzsperr- und Signalzaun auf das Grenzmuseum Schifflersgrund. Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Lockerung der Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie öffnen viele Thüringer Museen nur zaghaft für Besucher. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Maßgaben zu erfüllen. Wegen Lieferengpässen und nötigen Umbaumaßnahmen gestaltet sich das aber sehr schwierig», sagte Silke Krage vom Panorama Museum in Bad Frankenhausen. Aktuell sei der 7. Mai als Eröffnungstermin angesetzt - ob dieser zu halten sei, hänge von der Entwicklung der kommenden Monate ab.

Bis zum Montag haben beim Thüringer Museumsverband rund 65 der 230 vertretenen Museen ihre Öffnungszeiten gemeldet. Davon öffnen weniger als die Hälfte ihre Türen für das Publikum am 27. April oder um dieses Datum herum, unter anderem das Residenzschloss Altenburg, Teile des Landesmuseums Heidecksburg, das Grenzmuseum Schifflersgrund in Asbach-Sickenberg oder die Leuchtenburg.

Große Museen wie das Bauhaus-Museum in Weimar, die Wartburg, die Dornburger Schlösser, die Meininger Museen, das Herzogliche Museum von Schloss Friedenstein sowie die Erfurter Museen folgen nach aktuellem Stand Anfang Mai. Für das Goethe-Nationalmuseum, Burg Posterstein und das Schillerhaus ist eine Wiedereröffnung erst Mitte Mai geplant.

Einen regulären Museumsbetrieb wird es jedoch auf absehbare Zeit nicht geben. So mussten viele Sonderausstellungen verschoben werden, bestimmte Bereiche sind nicht zugänglich, Führungen untersagt. Zudem fallen «interaktive» Angebote wie die Kindermedienlaube im Kloster Veßra oder die Vogelstimmen-Station im Erfurter Naturkundemuseum vorerst weg. Die Museumscafés bleiben geschlossen. In vielen Einrichtungen wie den städtischen Museen in Gera, die planmäßig auch am Montag eröffnen wollen, sind veränderte Öffnungszeiten geplant.

Größtes Problem sei aktuell die technische Umsetzung der Hygienevorschriften, sagte Kristin Oswald vom Thüringer Museumsverband. Der Ankauf von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln, Kontrollen am Eingang und die Einrichtung spezieller Laufwege innerhalb der Museen seien sehr ressourcenaufwendig. «Davon sind vor allem die kleinen Einrichtungen stark betroffen.» Langfristig sorge vor allem die fehlende Planungssicherheit für Probleme. So sei es derzeit extrem schwierig, weitere Sonderausstellungen zu planen, etwa mit Blick auf Leihgaben aus anderen Museen.

Kompliziert ist die Lage auch für Museen mit außergewöhnlichen Exponaten wie im Panorama Museum. «Wir haben ja im Prinzip ein einziges Bild in einem großen, dunklen Saal», sagte Krage. Um das Bild erschließen zu können, seien viele Zusatzinformationen nötig. «Unser größtes Problem neben den Hygienevorschriften ist die Frage, wie wir diese vermitteln können.» Die sonst üblichen Führungen seien nicht möglich, die Audioguides wurden trotz spezieller Hygienevorkehrungen vom Gesundheitsamt nicht zugelassen.

«Wir versuchen zunächst, mit eher strengen Maßnahmen zu starten, die dann gegebenenfalls schrittweise gelockert werden können» sagte Marc Lischewski, Abteilungsleiter Kulturmanagement der Kulturdirektion Erfurt. Die Vorschriften müssten aber für jedes Haus und die dortigen Gegebenheiten speziell angepasst werden. Auch in andern Einrichtungen steht flexibles Vorgehen auf der Tagesordnung.

«Wir warten erst einmal ab, wie sich die Besucherzahlen entwickeln, daran passen wir unser Angebot an», sagte Christian Stöber, wissenschaftlicher Leiter im Grenzmuseum Schifflersgrund. Für das über einen Verein finanzierte Museum sei der sechswöchige Totalausfall auch finanziell ein großes Problem. «Normalerweise schaffen wir in diesen Monaten ein finanzielles Polster für den besucherschwachen Herbst und Winter, das fällt nun weg.» Die langfristigen finanziellen Folgen für die verschiedenen Museen sind noch nicht absehbar.

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