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Kinderärzte wollen weitreichendere Impfpflicht

24.05.2019 - In der Debatte über eine Masern-Impfpflicht sind die Kinder- und Jugendärzte eine wichtige Stimme - schließlich geht es primär um ihre Patienten. Auf dem Bundeskongress in Weimar werden sie aber auch zu anderen Themen deutlich.

  • Eine Flüssigkeit tropft aus der Nadel einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Flüssigkeit tropft aus der Nadel einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weimar (dpa) - Eine Impfpflicht für Kinder nur gegen Masern geht dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nicht weit genug. Sie müsse auch andere von der Ständigen Impfkommission empfohlene Schutzimpfungen, etwa gegen Keuchhusten oder Pneumokokken-Infektionen, umfassen, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach am Freitag zum Auftakt eines bundesweiten Ärztekongresses in Weimar. Dem BVKJ gehören als berufliche Interessenvertretung der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland eigenen Angaben zufolge 12 000 Ärzte an.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach eine Masern-Impfpflicht für Kinder in Kindergärten und das Personal in Kitas und Schulen ab März 2020 kommen soll. Der Verband unterstützt dies ausdrücklich, er setzt sich seit Jahren dafür ein. Eine Impfpflicht müsse aber in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, betonten die Mediziner am Freitag.

Fischbach verwies auch darauf, dass Regelungen für nicht geimpfte junge Erwachsene in dem Gesetzentwurf fehlten. Zahlreiche neue Masernausbrüche in Deutschland seien zuletzt auf Impflücken in dieser Altersgruppe zurückgegangen. Der Verbandschef plädierte außerdem für ein nationales Register, in dem Impfstatus und Impflücken erfasst werden, sowie den Aufbau «konsequenter Erinnerungssysteme» für Eltern, die Impftermine versäumen.

Hilfreich wäre es aus seiner Sicht auch, wenn Kinder- und Jugendärzte in ihren Praxen bei Impfterminen auch gleich ungeimpfte Eltern von Kindern immunisierten. Problem hierbei seien unterschiedliche Vergütungsregelungen für diese Mediziner je nach Bundesland.

Der dreitägige Kongress mit rund 350 Teilnehmern beschäftigt sich auch mit Strategien gegen Übergewicht bei Kindern. Kritik übte der Verband an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Es wie von ihr beabsichtigt den Lebensmittelherstellern zu überlassen, Fett- und Zuckergehalt in ihren Produkten zu verringern, sei «ein Skandal», hieß es. Dies werde seit Jahren probiert, bewirkt habe es nichts, sagte Fischbach. «Wenn Sie den Sumpf trockenlegen wollen, dürfen Sie nicht die Frösche fragen.»

Der Verband fordert eine Zuckersteuer, einfache Kennzeichnungen der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auf den Verpackungen und ein Werbeverbot für Produkte, die sich speziell an Kinder richten. In Deutschland haben nach Verbandsangaben rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zu viel Fett auf den Rippen, 800 000 davon sind sogar stark übergewichtig.

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