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Sorge wegen Seniorenheimen - Mundschutzpflicht in Jena

06.04.2020 - Zwei Seiten Corona: Während in Seniorenheimen im Saale-Orla-Kreis große Sorge vor weiterer Ausbreitung von Corona-Infektionen herrscht, scheint Jena mit seiner Mundschutz-Pflicht auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu stoßen.

  • Passanten mit Mundschutz in der Innenstadt. Foto: Sebastian Willnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Passanten mit Mundschutz in der Innenstadt. Foto: Sebastian Willnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Corona-Krise könnten sich gleich zwei Pflegeeinrichtungen im Saale-Orla-Kreis zu Hotspots in Thüringen entwickeln: Nach zahlreichen Infektionen in einer Seniorenresidenz der Arbeiterwohlfahrt in Triptis droht das Virus nach Angaben des Landratsamtes vom Montag «nun auch bei einem Pflegedienst im Orlatal zu grassieren». Ausgangspunkt sei offenbar die Rückkehr einer Patientin aus dem Krankenhaus gewesen, die dabei das Sars-CoV-2-Virus in die Einrichtung brachte. Bis dato gibt es den Angaben zufolge drei bestätigte Infektionen.

Deutlich größer ist laut Landratsamt das Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Seniorenheim Triptis, wo die Infektion bereits in 28 Fällen nachgewiesen wurde. Dort starben am Wochenende zwei Bewohnerinnen: Eine verbrachte ihre letzten Stunden in der Seniorenresidenz, die andere im Krankenhaus. Bereits in der vergangenen Woche war eine 93-jährige Bewohnerin der Einrichtung gestorben.

Im Saale-Orla-Kreis lässt sich den Angaben des Gesundheitsamtes zufolge etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen auf die Pflegeeinrichtungen zurückführen. «Wenn tatsächlich mehr als ein Drittel der Todesopfer aus Altenheimen kommt, müssen wir uns darauf konzentrieren und sie schützen. Gleiches gilt für ambulante Pflegedienste», betonte der Leiter des Pandemiestabs des Landratsamtes, Torsten Bossert, mit Blick auf die bundesweite Statistik.

Unterdessen gilt in Jena im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Die Stadt äußert sich über den ersten Tag der neuen Vorschrift positiv: «Wir sind sehr, sehr zufrieden», sagte Stadtsprecher Kristian Philler auf Anfrage.

Die meisten Menschen in Jena hätten es klaglos akzeptiert, dass sie im öffentlichen Personennahverkehr, beim Betreten von Geschäften, bei Imbissen und Räumlichkeiten von Handwerkern und Dienstleistern nun einen Mund-Nase-Schutz anlegen müssten. Notwendig ist dabei jedoch kein medizinischer Mundschutz, auch selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken, sind ausreichend. «Ein Dank gilt der Bevölkerung, die dafür sorgt, dass es so gut funktioniert», erklärte Philler.

Die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen im Freistaat stieg bis Montagvormittag (Stand 10.00 Uhr) auf 1188, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das waren 48 Neuinfektionen mit dem Virus innerhalb eines Tages. 13 mit dem Coronavirus infizierte Menschen starben. Schätzungen zufolge sind in Thüringen inzwischen 560 Menschen wieder genesen.

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