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Institut untersucht gesellschaftliche Bedeutung von HIV

08.12.2019 - Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft hat einen großen Forschungsauftrag vom Bund erhalten. Es geht um die Frage, ob HIV-positive Menschen diskriminiert werden. Kritiker fragen aber auch, ob das Institut gebraucht wird.

  • Rote Schleifen liegen am Welt-Aids-Tag auf einem Tisch. Foto: Lukas Schulze/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rote Schleifen liegen am Welt-Aids-Tag auf einem Tisch. Foto: Lukas Schulze/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt/Jena (dpa/th) - Gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe hat sich das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena die Diskriminierung von HIV-Kranken zur Forschungsaufgabe gemacht. In dem Projekt sei unter anderem herauszuarbeiten, ob HIV-positive Menschen etwa im Gesundheitswesen oder Arbeitsleben schlechter behandelt würden als Menschen ohne das Virus, sagte die stellvertretende Direktorin des IDZ, Janine Dieckmann.

Damit führten die Aidshilfe und das IDZ eine Studie aus dem Jahr 2012 fort. Darüber hinaus solle erforscht werden, wie sich die Diskriminierung von HIV-Infizierten auf deren Vertrauen in die Politik und staatliche Institutionen auswirke, sagte Dieckmann.

Nach Angaben von Dieckmann wird das Forschungsprojekt vom Bundesgesundheitsministerium finanziert. Die Aidshilfe und das IDZ erhielten dazu vom Bund 500 000 Euro. Das Geld stehe beiden Organisationen in etwa zu gleichen Teilen zur Verfügung.

Das IDZ hatte 2016 seine Arbeit aufgenommen. Das Institut war damals auf Drängen vor allem der Thüringer Linken gegründet worden. Es wird durch das Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit gefördert und durch die Amadeu-Antonio-Stiftung getragen.

Das menschliche Immunschwäche-Virus (HIV) macht den Körper anfällig für Erkrankungen, die bei nicht infizierten Menschen meist unproblematisch verlaufen. Mittlerweile können Menschen, die das Virus in sich tragen, durch Behandlung lange leben, ohne an Aids zu erkranken. Wird ihre Viruslast durch Medikamente hinreichend unterdrückt, können Infizierte andere Menschen auch nicht mehr anstecken. Das HI-Virus kann sonst etwa durch ungeschützten Sex oder durch Spritzen beim Drogenkonsum übertragen werden.

Dieckmann sagte, das Forschungsprojekt füge sich gut in die Arbeit des IDZ ein. Grundsätzlich versuche das Institut zu ergründen, welche gesellschaftlichen Folgen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Thüringen und Deutschland habe. Als eine solche sei auch die Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen zu werten. Von daher passten die Forschungen auch dazu, dass sich das Institut immer wieder mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auseinandersetze.

Obwohl sich das Institut inzwischen deutschlandweit profiliert und auch in der Vergangenheit schon Mittel des Bundes erhalten hat, hält die Kontroverse um die Einrichtung weiter an. So hält Die Linke dessen Gründung und Arbeit nach wie vor für richtig. «Das IDZ ist kein linker «think tank», sondern eine politisch unabhängige und äußerst sinnvolle Ergänzung der Thüringer Forschungslandschaft», sagte Die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss.

Dafür spreche auch, dass sowohl Sachsen als auch Baden-Württemberg nun die Gründung von vergleichbaren Forschungseinrichtungen planten. Die Fraktion würde aber begrüßen, «wenn das IDZ stärker als bisher nicht nur demokratiefeindliche Einstellungen feststellt, sondern auch geeignete Gegenmaßnahmen dafür aufzeigt», sagte König-Preuss.

Die CDU dagegen bleibt bei ihrer kritischen Haltung dem IDZ gegenüber. «Wir halten das Institut weiterhin für überflüssig, weil damit Doppelstrukturen aufgebaut wurden - was keine Bewertung zu den konkreten Forschungsgegenständen darstellen soll», sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Bühl.

Die CDU hatte bereits in der Vergangenheit gefordert, das IDZ aufzulösen, sobald dies rechtlich möglich sei. Die Beobachtung und Dokumentation extremistischer Umtriebe sei Sache des Landesamtes für Verfassungsschutz und nicht Auftrag privater Stiftungen. Hinzu komme, dass etwa mit «ezra» oder «Mobit» bereits Stellen in Thüringen gefördert würden, die sich gegen rechtsextreme Aktivitäten richteten.

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