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Jüdische Gemeinde in Thüringen bekommt Tora-Rolle

14.10.2019 - Erfurt (dpa/th) - Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen erhält ein besonderes Geschenk: eine neue von Hand geschriebene Tora-Rolle. Bei einer speziellen und in Deutschland seltenen Zeremonie soll dafür in der kommenden Woche der erste Buchstabe der heiligen Schrift auf Pergament geschrieben werden. Das teilten die Jüdische Gemeinde und die Schenker der Rolle, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und das Bistum Erfurt, am Montag mit.

  • Eine Person schreibt auf einer Tora-Rolle. Foto: Robert Michael/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Person schreibt auf einer Tora-Rolle. Foto: Robert Michael/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die zwei Kirchen wollen mit dem Geschenk die Verbundenheit von Juden und Christen betonen. Die Tora umfasst die ersten fünf Bücher der hebräischen Bibel und gilt den Juden als ihr wichtigster Teil. Zwei Jahre lang werde ein Rabbiner aus Berlin, Reuven Yaacobov, die Tora Buchstabe für Buchstabe per Hand in Berlin und immer wieder auch öffentlich in Thüringen aufschreiben, hieß es. Yaacobov ist dafür speziell ausgebildet. Solche Schreiber werden «Sofer» genannt.

Die Kirchen wollen damit aber auch daran erinnern, dass Juden seit neun Jahrhunderten das Leben in Thüringen bereichern. «Nicht jedem Zeitgenossen scheint das heute selbstverständlich, wie antisemitische Vorurteile und sogar Gewalt zeigen», hieß es in der Mitteilung von Montag. Zudem habe die Landesregierung den Vorschlag der Kirchen und der Jüdischen Landesgemeinde aufgegriffen, ab Oktober 2020 ein Themenjahr «Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen» auszurufen.

Die Ankündigung zur Tora-Rolle kommt wenige Tage nach einem Terroranschlag in Halle in Sachsen-Anhalt. Ein schwer bewaffneter Mann hatte am Donnerstag versucht, in die dortige Synagoge einzudringen, wo Dutzende Gläubige das höchste jüdische Fest Jom Kippur feierten. Als der Angreifer nicht in das Gotteshaus gelangte, erschoss er eine Passantin und einen Mann in einem Dönerladen. Später gestand der 27-jährige Deutsche, den Anschlag aus antisemitischen und rechtsextremen Motiven verübt zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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