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Justizminister begrüßt Beschluss zu «Konversionstherapien»

05.06.2020 - Justiz- und Kulturminister sind sich einig: Die Zustimmung des Bundesrats zum Verbot der sogenannten Konversionstherapien bei unter 18-Jährigen ist zu begrüßen. Allerdings geht die Regelung dem Chef der Staatskanzlei nicht weit genug.

  • Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen), Justizminister von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen), Justizminister von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zustimmung des Bundesrats zum Verbot der sogenannten Konversionsbehandlungen bei unter 18-Jährigen ist in Thüringen auf positive Resonanz gestoßen. «Dieser Schritt ist längst überfällig und beendet eine diskriminierende Praxis», sagte Thüringens Justizminister Dirk Adams (Grüne) am Freitag laut Mitteilung seines Ministeriums. Auch der Chef der Staatskanzlei und Kulturminister, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), äußerte sich zustimmend. Unter Konversionstherapien werden dubiose Behandlungen zur vermeintlichen Heilung von Homosexualität verstanden.

Die Verfahren zielten darauf ab, die natürliche sexuelle Orientierung von Menschen zu ändern oder zu unterdrücken, so Adams. Künftig sollen sie nur noch bei Über-18-Jährigen mit Einwilligung möglich sein und dürfen nicht mehr beworben werden. Stattdessen sollen Beratungsangebote für Betroffene geschaffen werden. «Das ist ein wichtiges Signal», erklärte Adams. Es gehe um «Akzeptanz für verschiedene sexuelle Orientierungen und selbstempfundene geschlechtliche Identitäten.»

Hoff kritisierte jedoch zugleich, dass der Begriff der «Behandlung» weiter verwendet werde. Auf diesen hätte man verzichten sollen, «weil der Versuch der Beeinflussung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität die Menschenrechte der Betroffenen verletzt», so der Minister. «Behandlungen» fänden jedoch in medizinischen oder therapeutischen Zusammenhängen statt «und sind als Begriff positiv konnotiert.»

Laut Hoff ist auch die Altersgrenze von 18 Jahren eine «fragwürdige Entscheidung.» Mit Blick auf den Schutz junger Volljähriger sollte sie seiner Auffassung nach angehoben werden. Das neue Gesetz sei ein Schritt in die richtige Richtung, «aber kein Sprung.»

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