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Kammerpräsident fordert finanzielle Hilfen für Jungmeister

16.11.2019 - Das Ostthüringer Handwerk bangt um die Zukunft vieler Betriebe. Grund ist der Mangel an Nachwuchs. Kammerpräsident Klaus Nützel mahnt deswegen mehr Unterstützung für angehende Meister an.

  • Die Präsident der Ostthüringer Handwerkskammer Klaus Nützel (l). Foto: arifoto UG/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Präsident der Ostthüringer Handwerkskammer Klaus Nützel (l). Foto: arifoto UG/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gera (dpa/th) - Der Präsident der Ostthüringer Handwerkskammer, Klaus Nützel, hat deutlich mehr finanzielle Unterstützung für Handwerker in der Meisterausbildung gefordert. Analog zu einem Studium müsse diese Ausbildung kostenfrei gestellt werden, erklärte Nützel. Nach Angaben der Kammer summierten sich die Kosten einer Meisterausbildung in Ostthüringen je nach Gewerk auf etwa 5800 bis 9600 Euro. In Gera wurden am Samstag feierlich die Meisterbriefe an 127 Handwerker - darunter 36 Frauen - überreicht, die ihre Prüfungen erfolgreich absolviert haben.

Laut Nützel erhalten in Thüringen die besten Absolventen eines Gewerks eine Meisterprämie von 1000 Euro. «Doch schauen wir über die Grenzen Thüringens hinaus, ist diese Prämie mehr als dürftig», sagte er anlässlich der Meisterfeier. In vielen anderen Bundesländern erhalte nämlich jeder erfolgreiche Meisterabsolvent eine solche Prämie, die noch dazu etwa in Bayern doppelt so hoch sei. Hinzu komme, dass andere Bundesländer Jungmeister beim Schritt in die Selbstständigkeit finanziell unterstützten und ihnen eine sogenannte Meistergründungsprämie zahlten. In Sachsen-Anhalt und Berlin betrage sie bis zu 15 000 Euro.

Der Handwerkspräsident forderte die Landesregierung auf, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen. «Das wäre ein herausragendes Signal, um zu zeigen, welch hohen Stellenwert der Meistertitel auch für die Landespolitik einnimmt.» Zugleich könnte so dem anhaltenden Verlust von Handwerksbetrieben, die keinen Nachfolger finden, entgegengewirkt werden. Bei der Ostthüringer Handwerkskammer sind rund 9500 Betriebe mit etwa 45 000 Beschäftigten eingetragen. Laut Nützel sind mehr als 38 Prozent der Firmeninhaber älter als 55 Jahre. «Uns droht in Ostthüringen ein Verlust der handwerklichen Strukturen in besorgniserregendem Ausmaß.»

Zu den Jungmeistern, die in Gera ihre Urkunden erhalten haben, gehören Augenoptiker, Dachdecker, Friseure, Kraftfahrzeugtechniker, Tischler und Heizungsbauer. Der jüngste Absolvent ist 20 Jahre, der älteste 51 Jahre alt. Für vier von ihnen war es bereits die zweite Meisterprüfung - sie haben schon einen Meisterbrief in einem anderen Handwerk. Zudem bekamen 17 Betriebswirte ihre Zeugnisse und wurden Altmeister geehrt, die ihren Titel vor 50 oder 60 Jahren erworben haben. Die Meisterfeier gilt als jährlicher Höhepunkt in der Arbeit der Handwerkskammer.

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