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Klassik Stiftung soll digitale Forschungsplattform bekommen

01.01.2020 - Schon bei ihrem Antritt als Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar hatte Ulrike Lorenz angekündigt, Digitalisierung zur Chefinnensache zu machen. Was das konkret bedeuten kann, darauf hat sie nun einen Ausblick gegeben.

  • Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weimar (dpa) - Über eine digitale Plattform sollen künftig Sammlungen, Archive und mehr der Klassik Stiftung Weimar zusammengeführt und für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden. Ein solcher virtueller Forschungsraum könne auch ein Pionierfall in Deutschland sein, sagte die Präsidentin, Ulrike Lorenz. «Ich stelle mir das als eine Art Raum vor, wo das alles hineinfließt und dann der Benutzer - das kann sowohl der Laie als auch der Forscher sein - durch Fragestellungen sich eine Sammlung temporär zusammensucht», erklärte Lorenz.

Ziel sei es, dass die Nutzer daraus Erkenntnisse für sich und die Forschung ziehen könnten. «Aber auch das Vergnügen soll nicht zu kurz kommen - gerade für die Laien», betonte Lorenz. Die Plattform sei als ein Zusammenschluss der unterschiedlichen Gedächtnisinstitutionen innerhalb der Stiftung - Archiv, Bibliothek und Museum - gedacht. Einen konkreten Zeitplan nannte Lorenz nicht. Mit Start ins neue Jahr wolle die Stiftung intensiv an dieser sammlungs- und direktionsübergreifenden virtuellen Zusammenwirkung arbeiten.

Lorenz hatte bereits bei ihrem Antritt als Chefin einer der größten Kulturstiftungen Deutschlands angekündigt, besonderen Fokus auf das Thema Digitalisierung legen zu wollen.

Die Kunsthistorikerin hatte ebenfalls angekündigt, die Stiftung zu einer Denkfabrik für Politik und Gesellschaft werden zu lassen. Lorenz sieht auch klare Verantwortung bei der Stiftung. «Wir haben die Weimarer Erklärung sehr bewusst mit unterschrieben, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir als eine öffentliche Kultureinrichtung per se ein politischer Mitakteur in der Gesellschaft sind.» Mit der sogenannten Weimarer Erklärung hatten sich Vertreter von Wissenschaft, Kultur und politischer Bildung kurz vor der Thüringer Landtagswahl Ende Oktober gegen Auffassungen der AfD positioniert.

Mit Blick auf das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen, bei der sie selbst noch nicht mitwählen konnte, sagte Lorenz: «Es ist interessant zu sehen, dass Thüringen das Land ist, wo zwischen Linker und dem rechten Flügel wirklich eine Art von Polarisierung sich manifestiert. Im täglichen Leben spüre ich diese aber noch nicht.» Die Linke wurde bei der Wahl stärkste, die AfD noch vor der CDU zweitstärkste Kraft.

Die aus Gera stammende Lorenz rückte im Sommer 2019 als Nachfolgerin Hellmut Seemanns von der Kunsthalle Mannheim an die Spitze der Klassik Stiftung Weimar. Seemann hatte die Einrichtung 18 Jahre lang geführt.

Die Stiftung gilt nach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als eine der größten Kulturstiftungen Deutschlands. Sie beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter und betreut mehr als 20 Museen - darunter das 2019 eröffnete Bauhaus-Museum - Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. Einige der Gebäude zählen zum Unesco-Weltkulturerbe, etwa Goethes und Schillers Wohnhäuser, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, aber auch Schlösser und Parks.

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