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Krankenhäuser sollen freie Kapazitäten melden: Acht Tote

01.04.2020 - Acht Menschen in Thüringen sind bereits an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Auch die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten mit schweren Krankheitsverläufen steigt nahezu täglich. Nun sollen Krankenhäuser bundesweit ihre Bettenkapazitäten melden.

  • Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, spricht in einer Pressekonferenz zur Coronavirus-Pandemie und den Folgen für Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche...

    Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, spricht in einer Pressekonferenz zur Coronavirus-Pandemie und den Folgen für Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zur Bewältigung der Corona-Krise sollen Thüringens Krankenhäuser künftig täglich ihre Bettenkapazitäten melden. Die Ministerpräsidenten der Länder hätten gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verabredet, «dass wir uns einfach wechselseitig alle unsere Krankenbetten transparent auch zeigen», sagte der Thüringer Regierungschef Bodo Ramelow am Mittwoch in Erfurt. Die Krankenhäuser seien in Deutschland unterschiedlich stark ausgelastet. Sie sollen nun die Verfügbarkeit von Krankenbetten melden, «damit man sieht, wo sind Patienten gerade schon in Behandlung, wo laufen Schutzmaßnahmen und wo haben wir freie Kapazitäten», sagte Ramelow.

In Thüringen sollen die Kliniken demnach nun «verpflichtet werden, die Meldungen auch systematisch jeden Tag vorzunehmen.» Kein einziges Haus solle sich aus dem «großen Netzwerk der Solidarität» ausgeschlossen fühlen, betonte der Linke-Politiker.

Thüringen will seine Kapazitäten an Intensivbetten mehr als verdoppeln und auf rund 1400 Betten aufstocken. Beatmungsgeräte werden für Covid-19-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen gebraucht.

Ramelow machte klar, dass Thüringen derzeit genügend Intensivbetten und Schutzausrüstungen habe. «In Thüringen ist genug Schutzmaterial vorhanden, um denen beistehen zu können, die jetzt Not anmelden», sagte Ramelow. Wenn etwa ein Alten- und Pflegeheim dringenden Bedarf anmelde, sei man in der Lage, sofort Material zu liefern. «Aber wir sind nicht in der Lage, ganze Landkreise damit zu versorgen, weil ein Landrat so eine Anweisung gegeben hat.»

Die Stadt Jena hatte angekündigt, eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum einführen zu wollen. Ramelow sagte, auch über eine solche Maßnahme hätten die Ministerpräsidenten bei der Telefonschalte gesprochen und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass man eine solche Pflicht nicht anordnen wolle.

Unterdessen hat der Kreis Greiz - ein Corona-Brennpunkt in Thüringen - ein weiteres Todesopfer gemeldet. In der Nacht zu Mittwoch sei eine 78 Jahre alte Covid-19-Patientin gestorben, teilte das Landratsamt mit. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten landesweit auf acht - allein vier davon stammen aus dem Kreis Greiz.

Auch das Landratsamt des Landkreises Sonneberg gab am Mittwoch auf seiner Website bekannt, dass dort erstmals ein nachweislich mit dem Coronavirus Infizierter gestorben sei. Der Mann sei Anfang 60 gewesen und habe in Steinach gelebt. Am Montagabend habe er unter grippalen Beschwerden und Atemnot gelitten und sei wenig später in der Praxis seines Hausarztes im Beisein eines Notarztes und eines Rettungsdienstes gestorben. Das Ergebnis des nach dem Tod des Mannes durchgeführten Coronavirus-Tests habe dem Gesundheitsamt am Mittwoch vorgelegen.

Insgesamt gab es binnen eines Tages zuletzt 59 neue Corona-Fälle im Freistaat, wie die Staatskanzlei informierte. Damit stieg die Zahl der nachweislich Infizierten bis Mittwoch 10.00 Uhr auf 864; 16 davon hatten einen schweren Krankheitsverlauf.

Das hält Thüringen jedoch nicht davon ab, anderen Ländern zu helfen, die noch stärker von der Pandemie betroffen sind. So machte sich ein vierköpfiges Team aus Ärzten und Pflegenden der Uniklinik Jena vom Erfurter Flughafen aus auf den Weg nach Italien, wie die Staatskanzlei twitterte.

Ramelow sagte, dass es auch ein Hilfe-Ersuchen aus Frankreich gebe und eine Klinik in Neustadt/Harz (Landkreis Nordhausen) sich bereit erklärt habe, sechs Patienten aus Frankreich zu versorgen.

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