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Kunstfest: «Gang nach Buchenwald» ruft KZ-Geschichte wach

13.09.2020 - Wegen der Corona-Pandemie ist die Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Buchenwald vor 75 Jahren im April ausgefallen. Die Kunstaktion «Gang nach Buchenwald» bot am Sonntag in kleinerem Rahmen etwas Ersatz.

  • Bodo Ramelow (Die Linke) spricht mit einem Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bodo Ramelow (Die Linke) spricht mit einem Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zum Abschluss seiner diesjährigen Auflage hat das Kunstfest Weimar mit dem Projekt «Gang nach Buchenwald» an das Leid von KZ-Häftlingen und die Befreiung des Konzentrationslagers vor 75 Jahren erinnert. Bei dem Gedenkspaziergang liefen am Sonntag die rund 200 Teilnehmer etwa neun Kilometer vom Bahnhofsvorplatz in Weimar zum ehemaligen Lager auf dem Ettersberg. Begleitet wurden sie von einem Audiowalk, in dem sich der Klangkünstler Christoph Korn mit der Route auseinandersetzt. An der heutigen Gedenkstätte trugen Mitglieder der Staatskapelle Weimar und des Deutschen Nationaltheaters Musik und Texte zum Leben und der Befreiung des ehemaligen KZ vor.

«Wir gehen die Strecke im Sonnenschein und gut gesättigt, aber über viele Jahre mussten geschundene, halb erfrorene Häftlinge diesen Weg gehen», betonte Festival-Leiter Rolf C. Hemke. Dabei hat die Route eine doppelte Bewandtnis: Über die Strecke wurden nicht nur bis 1939 Häftlinge in das Lager geführt; im April 1945 liefen auch rund 1000 Weimarer Bürger den Weg, als sie von US-Besatzungstruppen gezwungen wurden, sich das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen anzuschauen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erinnerte als Teilnehmer des Gedenkspaziergangs an die vielen Beteiligten des Massenmords. «Die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten war weder das mörderische Werk einiger weniger Fanatiker, noch fand das Massenmorden nur an der Peripherie Deutschlands statt», betonte er. «Der Terror entfaltete sich mitten in Deutschland - unter den Augen und mit Hilfe der Bevölkerung.»

Die Nazis hielten in Buchenwald mehr als eine halbe Million Menschen aus etwa 50 Nationen gefangen. Etwa 56 000 Menschen wurden in Buchenwald und seinen Außenlagern ermordet oder sie überlebten Hunger und Krankheiten nicht.

Wegen der Corona-Pandemie war die ursprünglich geplante große Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds im April abgesagt worden. Nun bot der Gedenkspaziergang zumindest in kleinerem Rahmen etwas Ersatz. Dabei berichteten KZ-Überlebende per Videostream als Zeitzeugen über ihre Erlebnisse. Der «Gang nach Buchenwald» sollte am Sonntagabend (18.30 Uhr) als Hörspiel auf Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt und in der Mediathek des Senders abrufbar sein.

Zum Abschluss des Kunstfests Weimar zeigte sich Hemke zufrieden mit der Resonanz. «Wir hatten sehr viele ausverkaufte Veranstaltungen und ein sehr großes überregionales Medieninteresse», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei das Festival wegen der Corona-Pandemie «eine irre Kraftanstrengung» gewesen. Wegen der geänderten Bedingungen habe es in nur zwei Monaten komplett umgeplant werden müssen. Das Festival für zeitgenössische Künste wird vom Deutschen Nationaltheater Weimar veranstaltet. Ramelow: «Ich danke den Initiatoren des Kunstfestes Weimar, die eine der ersten umfassenden Theateraktionen seit dem Stillstand verwirklicht haben.»

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