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Land bestimmt Schwerpunktkliniken für Covid-19-Patienten

07.04.2020 - Thüringen richtet sich darauf ein, dass in der Corona-Krise die Zahl der Schwerkranken steigt. Sie sollen in neun Kliniken behandelt werden, die über besondere Voraussetzungen verfügen. Auch an andere Stelle wird aufgestockt.

  • Heike Werner (Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen, spricht. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Heike Werner (Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen, spricht. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Behandlung von schwer erkrankten Patienten mit einer Coronavirus-Infektion soll künftig in Thüringen in neun Schwerpunktkrankenhäusern erfolgen. Alle Landesteile seien dabei berücksichtigt, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt. Das Konzept der Landesregierung für das Gesundheitswesen in der Corona-Krise sieht demnach vor, dass Patienten, bei denen sich ein schwerer Verlauf der Covid-19-Infektion zeigt, in diese neun Kliniken verlegt werden.

Ausweiten will das Land die Test-Kapazitäten auf das Coronavirus von jetzt wöchentlich 9000 Tests auf künftig bis zu 21 000. Wie bereits angekündigt, wurden die bisherigen Kontaktbeschränkungen in Thüringen über den 8. April hinaus verlängert.

Die sogenannten «Level 1»-Krankenhäuser verfügten unter anderem über mindestens zwei getrennte Intensivstationen sowie Möglichkeiten, weitere Beatmungsplätze einzurichten, sagte die Ministerin. Sie sollen in Abstimmung mit dem Universitätsklinikum Jena in ihrem Gebiet die Zusammenarbeit der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen koordinieren, wenn diese an der Akutversorgung teilnehmen.

Als Schwerpunktkrankenhäuser festgelegt wurden das Südharz-Klinikum Nordhausen und die Lungenklinik Neustadt/Südharz sowie das SRH Zentralklinikum Suhl und das St. Georg Klinikum Eisenach. Zu dieser Kategorie gehörten außerdem das Helios Klinikum Erfurt und die Zentralklinik Bad Berka sowie das Universitätsklinikum Jena, das SRH Wald-Klinikum Gera und das Klinikum Altenburger Land.

Darüber hinaus gib es demnach insgesamt 23 «Level 2»-Krankenhäuser, die Corona-Patienten mit milderem Krankheitsverlauf und möglicherweise Beatmungsbedarf aufnehmen. Derzeit verfüge Thüringen über etwa 600 Beatmungsplätze. «Sie sollen verdoppelt werden», sagte die Ministerin.

Andere Krankenhäuser (Level 3) würden nichtinfizierte Patienten betreuen und wenn nötig auch aus Häusern der ersten beiden Kategorien übernehmen. «Jeder, der eine stationäre Behandlung braucht, bekommt sie auch», versicherte Werner.

Gesichert werden solle der Schutz des medizinischen Personal und von Altenpflegern. Allein vom Land seien Aufträge für Mundschutz und Schutzkleidung im Volumen von mehr als elf Millionen Euro erteilt worden, so Werner. «Bisher wurde aber nur im Umfang von etwa einer Million Euro geliefert.»

In Thüringen sind laut Ministerium aktuell 1222 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Innerhalb von 24 Stunden wurden 34 Neuinfektionen registriert. 174 Patienten werden in Thüringer Krankenhäusern behandelt. Bei 26 von ihnen liegt ein schwerer Krankheitsverlauf vor. Bisher starben 19 mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Die meisten Todesfälle gab es mit 11 im Kreis Greiz. Schätzungen zufolge sind in Thüringen inzwischen 640 Menschen wieder genesen.

Im Asklepios Fachklinikum Stadtroda haben sich 20 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dies betreffe einen Patienten und 19 Mitarbeiter, was etwa drei Prozent der Gesamtbelegschaft ausmache, teilte Geschäftsführer Volker Thesing auf Anfrage mit. Der positiv getestete Patient befinde sich auf einer Isolierstation. Die positiv getesteten Mitarbeiter sind laut Thesing in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Saale-Holzland-Kreises in häuslicher Quarantäne.

Zu deren Infektion sei es durch den Kontakt und die Interaktion mit einem später positiv getesteten Patienten gekommen. «Mittlerweile wurden sämtliche Mitarbeiter und Patienten unseres Fachklinikums getestet. Weitere Corona-Fälle wurden dabei nicht festgestellt», teilte Thesing mit.

Mit dem Virus infiziert hat sich auch der Anstaltsarzt des Gefängnisses in Untermaßfeld (Kreis Schmalkalden-Meiningen), bestätigte ein Sprecher des Justizministeriums. Die rund 330 Insassen der Haftanstalt seien seit dem Morgen in ihren Zellen eingeschlossen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die rund 160 Bediensteten des Gefängnisses sowie die Insassen würden nun alle getestet. Das Gesundheitsamt des Landkreises werde über weitere Maßnahmen entscheiden. Über den Fall berichtete MDR Thüringen zuerst.

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