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Land sagt finanzielle Hilfe bei NS-Kirchenglocken-Ersatz zu

03.06.2019 - Wie umgehen mit der Nazi-Symbolik auf manchen Kirchenglocken? Ein Neuguss ist nicht billig. Das Land Thüringen will finanziell überforderte Kirchengemeinden dabei unterstützen.

  • Bodo Ramelow. Foto: Michael Reichel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bodo Ramelow. Foto: Michael Reichel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Kirchengemeinden, die alte NS-Symbole auf Kirchenglocken entfernen lassen oder neue Glocken anschaffen wollen, finanzielle Unterstützung zugesagt. Das Land sei bereit, den betroffenen Gemeinden zu helfen, sagte Ramelow am Montag in Erfurt. In den Thüringer Gotteshäusern der Evangelischen Landeskirche Mitteldeutschland (EKM) hängen nach Angaben von deren Landesbischöfin Ilse Junkermann fünf Glocken mit Bezug zum Nationalsozialismus. Der Umgang mit während des Nationalsozialismus gegossenen Kirchenglocken, auf denen etwa Hakenkreuze zu sehen sind, beschäftigt die EKM seit Monaten.

Ramelow hatte sich am Montag mit Bischöfen der evangelischen und katholischen Kirche zu einem Gespräch getroffen. Das Problem NS-Kirchenglocken betrifft demnach ausschließlich evangelische Gemeinden. In der katholischen Kirche sind nach Angaben des Erfurter Bischofs Ulrich Neymeyr keine derartigen Beispiele bekannt. Die betroffenen evangelischen Gemeinden hatten sich laut EKM darauf verständigt, den Nationalsozialismus verherrlichende Glocken in ihren Kirchen nicht mehr zu läuten.

Junkermann verwies darauf, dass Neuanschaffungen für die betroffenen Gemeinden eine große finanzielle Herausforderung seien. Deshalb sei es gut, wenn das Land ihnen helfen wolle. Eine konkrete Summe, die das Land zur Verfügung stellt, sei nicht vereinbart worden, sagte Ramelow. Dies werde von Fall zu Fall entschieden. Er betonte, dass die Zuständigkeit für den Umgang mit den kritisierten Glocken allein bei den Kirchengemeinden liege. «Wir mischen uns nicht ein.»

Das Thema Nazi-Glocken soll auch in die im Herbst geplante Sonderausstellung zum sogenannten «Entjudungsinstitut» der evangelischen Kirche im Lutherhaus Eisenach eingebunden werden, kündigte Junkermann an. Dort soll voraussichtlich eine dieser Glocken gezeigt werden. Das «Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben» war 1939 gegründet worden, um die antijüdische Ideologie der Nationalsozialisten auf die evangelische Kirche und ihre Schriften zu übertragen.

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