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Lehren aus Prozess: Experten fordern bessere Teststrategien

20.01.2021 - Das Dopingverfahren gegen den deutschen Arzt Mark S. hat nach Ansicht zweier Sachverständiger und Anti-Doping-Experten große Defizite bei der Suche nach Betrügern im Sport aufgedeckt. Für Detlef Thieme, den Leiter des Doping-Kontrolllabors in Kreischa, war es «hochgradig befremdlich», wie Lücken im System der Doping-Fahndung «professionell und gnadenlos ausgenutzt werden konnten».

  • Detlef Thieme steht im Dopingkontrolllabor. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Detlef Thieme steht im Dopingkontrolllabor. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nannte Thieme etwa das Muster von Mark S., Athleten kurz vor dem Wettkampf Blut zuzuführen, wenn diese sicher sein konnten, nicht getestet zu werden. «Hier trat ein Defizit zutage, das ich mir so nicht vorstellen konnte.»

Thieme war in dem Prozess am Landgericht München neben dem Lübecker Universitätsprofessor a.D. Wolfgang Jelkmann als Sachverständiger bestellt und hatte die gesamte Beweisaufnahme verfolgt. Die Experten fordern als Lehren aus dem Verfahren eine deutliche Verbesserung der Teststrategien. «Zur Steigerung der Effektivität der Tests müssen die Probenabnahmen zielgerichteter erfolgen», sagte Jelkmann der dpa.

Er schlägt vor, sich auf einschlägige Sportarten zu fokussieren, vermehrt auf Trainingskontrollen zu setzen und - eigentlich recht simpel - im Kampf gegen Blutdoping bei Sportlern regelmäßig die Armbeugen nach Veneneinstichen zu untersuchen. In dem Prozess hatten mehrere Athleten als Zeugen ausgesagt, dass dies nie passiert sei.

Thieme gab sich überrascht, wie detailliert Mark S. und auch seine Sportler über deren Blutwerte Bescheid wussten und auch wie schnell Neuigkeiten aus dem Anti-Doping-Kampf in der Betrüger-Szene die Runde machten. Er fordert daher, dass es neben der formellen Kommunikation zwischen den Anti-Doping-Stellen auch einen regelmäßigen, schnellen und unbürokratischen Austausch von Informationen geben müsse. «Wenn Substanzen auf die Verbotslisten kommen, hab ich das Gefühl, sind schon alle Messen gesungen, dann ist es schon Schnee von gestern.»

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