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Lindner: Kemmerich sollte sich aus dem Spiel nehmen

26.07.2020 - FDP-Chef Christian Lindner hat seinem Thüringer Parteifreund Thomas Kemmerich erneut eindringlich empfohlen, auf eine Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2021 zu verzichten. Dazu rate er ihm mit Rücksicht auf dessen eigene Person und seine Familie sowie «mit Blick auf das Ansehen der FDP insgesamt», sagte Lindner am Sonntag im Sommerinterview der ZDF-Sendung «Berlin direkt». «Es geht ja gar nicht mehr um die Person Kemmerich, sondern er ist zu einem Symbol geworden. Und da macht es Sinn, sich aus dem Spiel zu nehmen.»

  • Christian Lindner (FDP) steht vor dem Logo seiner Partei. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Christian Lindner (FDP) steht vor dem Logo seiner Partei. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kemmerich hatte mit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten am 5. Februar für Empörung gesorgt, weil erstmals in Deutschland Stimmen der AfD den Ausschlag gaben. Der 55-Jährige erklärte drei Tage später seinen Rücktritt und blieb noch rund einen Monat geschäftsführend im Amt. Danach übernahm er wieder den Vorsitz der FDP-Landtagsfraktion. Im Mai geriet Kemmerich erneut in die Kritik, weil er an einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Gera teilnahm - zusammen mit Rechtsgesinnten und Anhängern von Verschwörungstheorien. Seitdem lässt er sein Amt im Bundesvorstand der FDP ruhen.

Lindner machte nun deutlich, dass über die Spitzenkandidatur die Landespartei entscheidet. «Unsere Parteien in Deutschland sind nicht nach einem Filialprinzip organisiert, dass man ein Durchgriffs- oder Weisungsrecht hätte.» Kemmerich kenne aber seine Meinung, sagte Lindner. «Herr Kemmerich weiß auch, dass in den anderen 15 Landesverbänden sicherlich seine Kandidatur nicht auf große Unterstützung treffen würde.»

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