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Lob für «überfällige Entscheidung» zum geplanten Abschuss

12.12.2019 - Nicht erst seit den jüngsten Angriffen gilt sie vielen als «Problemwölfin». Nun stellte auch das Umweltministerium die Weichen für einen Abschuss der Ohrdrufer Wölfin.

  • Zwei Wölfe stehen auf einem Feld in der Nähe eines Waldes. Foto: Konstantin Knorr/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Wölfe stehen auf einem Feld in der Nähe eines Waldes. Foto: Konstantin Knorr/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt/Ohrdruf (dpa/th) - Der Thüringer Bauernverband hat die Ministeriumsentscheidung zum geplanten Abschuss der Ohrdrufer Wölfin begrüßt. «Das ist bitter nötig», sagte Verbandssprecherin Katja Förster der Deutschen Presse-Agentur. Gerade in Anbetracht des Angriffs mit 24 toten Schafen am Sonntag bei Ohrdruf, sei ein Abschuss der Wölfin dringend geboten.

Am Mittwoch hatte das Umweltministerium von Anja Siegesmund (Grüne) erklärt, einen Antrag auf Abschuss der Wölfin stellen zu wollen. Das Tier lebt mit seinen Nachkommen und mittlerweile wohl auch mit einem Wolfsrüden auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei der Kleinstadt Ohrdruf.

Auch der Bauernverband hatte schon vor Monaten einen Antrag auf Abschuss der Wölfin bei der obersten Naturschutzbehörde des Landes gestellt. Dabei arbeitete der Bauernverband gemeinsam mit dem Landesverband Thüringer Schafzüchter und dem Thüringer Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber, wie es hieß. Nach Darstellung Siegesmunds greife dieser Antrag aber zu kurz.

Wölfe unterliegen einem besonders strengen Schutz. Sie dürfen nach bisherigen Vorgaben nur in Ausnahmefällen und nach Einzelfallprüfung gejagt werden. Die Zahl getöteter Nutztiere und der damit verbundene wirtschaftliche Schaden für Schäfer zählten zu den Gründen, die den Abschuss der Wölfin legitimierten, hieß es aus dem Ministerium. Aber etwa auch die Tatsache, dass die Wölfin nachweislich sogar hohe Schutzzäune überwinden konnte, führte zu diesem Sonderfall.

Das Umweltministerium geht für 2019 von bislang 184 Nutztierrissen aus, bei denen Gutachter einen Wolf als Angreifer feststellten. Davon seien bislang 36 Risse genetisch eindeutig der Wölfin zu zuordnen gewesen. In sieben dieser Fälle wiederum attestierten Gutachter vor Ort, dass eigentlich ein optimaler Herdenschutz, etwa mit hohen Zäunen, bestand. Ein genetischer Nachweis dafür, dass die Wölfin auch für die 24 am Sonntag gerissene Schafe verantwortlich sei, stand noch aus.

Aus Sicht der Hauptgeschäftsführerin des Bauernverbands, Katrin Hucke, handelt es sich bei der in der Fachwelt als «GW267f» bekannten Wölfin eindeutig um eine «Problemwölfin»: «Der Übergriff vom vergangenen Wochenende, bei dem 24 Schafe gerissen wurden, zeigt jetzt schon zum wiederholten Male deutlich, dass sich die Ohrdrufer Wölfin auf das Reißen von Nutztieren spezialisiert hat.» Zudem gebe sie dieses Verhalten nun auch an ihre Nachkommen weiter, so Hucke.

Es sei gut, dass jetzt gehandelt werde, teilte auch die umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Nadine Hoffmann, mit Blick auf den Abschussantrag am Mittwoch mit. Dies hätte aus ihrer Sicht allerdings viel früher passieren müssen.

Beim Thüringer Naturschutzbund (Nabu) hält man sich noch zurück mit einer Bewertung. Unglücklich ist der dortige Wolfsexperte Silvester Tamás allerdings mit dem grundsätzlichen Vorgehen: «Die Ministerin hat sich im Alleingang dazu entschlossen.» Zumindest eine Rücksprache mit der AG Wolf wäre aus seiner Sicht angebracht gewesen.

In der Arbeitsgruppe kommen Verbände, Vereine und Institutionen zusammen, die direkt oder indirekt vom Wolf in Thüringen betroffen sind. Gespräche mit den Vertretern seien kommende Woche geplant, sagte ein Ministeriumssprecher.

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