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Maskenpflicht auch in Erfurt: Erste Maßnahmen gelockert

20.04.2020 - Viele Geschäfte können ab Freitag in Thüringen wieder öffnen, doch zu einer landesweiten Mundschutzpflicht konnte sich die Landesregierung bisher nicht durchringen. Einige Kommunen regeln das für sich.

  • Ein junger Mann trägt eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP3 (gestellte Aufnahme). Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein junger Mann trägt eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP3 (gestellte Aufnahme). Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie will nun auch die Landeshauptstadt Erfurt ihre Einwohner zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes verpflichten. Die Pflicht soll von Freitag an in Geschäften, Bussen, Straßenbahnen, Taxis, im Rathaus und in Bibliotheken gelten, wie ein Stadtsprecher am Montag sagte. Die Stadt wappnet sich damit für die vom Land angekündigte Wiederöffnung der meisten Geschäfte ab dem 24. April (Freitag). Eine Mundschutzpflicht gilt in Thüringen bereits in Jena, wo sie besonders umfassend ist, und dem Landkreis Nordhausen. Seit Beginn der Pandemie Anfang März sind in Thüringen knapp 1800 Fälle einer Coronavirus-Infektion nachgewiesen worden, mit noch immer steigender Tendenz.

In Weimar gilt seit Montag in den Räumen der Stadtverwaltung eine Mundschutzpflicht für Besucher und Personal. Ob sie auch im öffentlichen Nahverkehr eingeführt wird, sei derzeit noch nicht absehbar, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Bei der Entscheidung in Erfurt hätten auch die Erfahrungen in Jena mit der Mundschutzpflicht und anderen Anti-Corona-Maßnahmen eine Rolle gespielt, erklärte Oberbürgermeister Andreas Bausewein. «Mich beeindrucken die Zahlen in Jena, die in den vergangenen 11 Tagen keine Neuinfektion ausweisen. Die Maskenpflicht dort wird ihren Teil zu dieser positiven Bilanz beigetragen haben.» Bausewein kündigte Kontrollen an, um die Mundschutzpflicht durchzusetzen.

In Jena blieb die Zahl von 155 bestätigten Fällen seit Beginn der Pandemie auch bis Montagmittag stabil, wie Stadtsprecher Kristian Philler sagte. Er schloss aus, dass es sich bei den seit elf Tagen ausbleibenden nachgewiesenen Neuinfektionen um einen statistischen Effekt durch einen Zeitverzug bei Fallmeldungen handeln könne.

Vielmehr zeige das Bündel von Anti-Corona-Maßnahmen Wirkung, die in Jena teils strenger als landesweit ausfallen und früher als die der Landesregierung ergriffen wurden. Dazu gehören neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes unter anderem in Geschäften, Bussen und Straßenbahnen auch das Verbot, öffentliche Straßen und Plätze zu betreten und eine sehr restriktive Quarantäneregelung für Reiserückkehrer.

Vor allem die frühzeitig eingeführte Praxis, auch Rückkehrer aus vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuften Ländern in Quarantäne zu schicken, habe sich als effektiv erwiesen. «Da gab es Fälle, die hätten anderswo zu Ansteckungen geführt», sagte der Sprecher.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte die Thüringer aufgerufen, zumindest in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen eine Maske zu tragen. Eine landesweite Pflicht dazu wie etwa im benachbarten Sachsen gibt es in Thüringen bislang nicht. In den Kommunen, die mit der Mundschutzpflicht vorgeprescht sind, sind neben den Produkten professioneller Anbieter auch selbstgenähte Masken sowie Schals oder Tücher, die Mund und Nase gut abdecken, sind erlaubt.

Landesweit durften am Montag bereits Bibliotheken und Autohändler nach pandemiebedingter Schließzeit wieder öffnen. Ab Freitag dürfen Läden mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern unter Einhaltung von Hygienebestimmungen wieder öffnen. Läden, die grundsätzlich größer sind, können ihre Verkaufsfläche verkleinern und dann ebenfalls wieder öffnen.

Ab 27. April können dann auch Zoos, Tierparks, Museen und Ausstellungen wieder besucht werden. Friseure und Barbiergeschäfte können ab 4. Mai wieder Kunden bedienen. Letzteres führt bei Gesundheitsbehörden auch zu Besorgnis. «Unser Gesundheitsamt kann sich derzeit schwer vorstellen, wie das funktionieren soll», sagte Jenas Stadtsprecher.

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