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Mehr Corona-Tests in Altenpflege gefordert

19.04.2020 - Waschen, Ankleiden, Hilfe beim Essen - Pflege von Menschen lässt sich ohne Körperkontakt nicht bewältigen. Umso größer ist das Risiko für Pflegebedürftige und Altenpfleger, sich gegenseitig mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren.

  • Eine Person hält einen Corona Schnelltest in der Hand. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Person hält einen Corona Schnelltest in der Hand. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vertreter von Pflegeverbänden fordern zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus in den Einrichtungen konsequentere Tests. Wichtig sei dies besonders bei Neuaufnahmen und bei der Entlassung von Pflegebedürftigen nach einem Klinikaufenthalt, teilten das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Verband privater Pflegeanbieter (bpa) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. In Thüringen waren mit Stand vom Donnerstag nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums mindestens 14 Einrichtungen der Altenpflege von Coronavirus-Infektionen betroffen.

75 Fälle wurden gemeldet, wobei 49 Bewohner und 26 Mitarbeiter betroffen waren. 13 Heimbewohner starben im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. Todesfälle wurden vor allem in einem Heim in Triptis (Saale-Orla-Kreis) bekannt. Auch in Zeulenroda (Landkreis Greiz) und in Ettersburg (Kreis Weimarer Land) starben Pflegeheimbewohner.

«Zugänge und Verlegungen sind die Schwachstellen», sagte Doreen Sommer, Bereichsleiterin Pflege beim DRK-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt. Eine 14-tägige Quarantäne sei nicht sicher genug. Auch regelmäßige prophylaktische Tests des Personals auf Sars-CoV-2 könnten ihrer Meinung nach helfen, das Ansteckungsrisiko in den Heimen und für ambulant betreute Pflegebedürftige zu verringern. Mindestens 115 000 Thüringer sind nach amtlicher Statistik pflegebedürftig, mehr als 25 000 von ihnen leben in Heimen.

In dem schwer betroffenen Pflegeheim in Triptis war nach Angaben des Betreibers AWO zuerst eine Mitarbeiterin positiv auf das Virus getestet worden. Bei einem Pflegedienst im Saale-Orla-Kreis wiederum stand laut Landratsamt offenbar eine aus einem Krankenhaus zurückgekehrte Patientin am Anfang der Infektionskette.

Landesweit gilt in den Heimen ein Besuchsverbot für Angehörige. «Hausärzte kommen bei notwendigen Besuchen unter Vollschutz zu ihren Patienten», sagte Doreen Sommer aus einem DRK-Heim in Rudolstadt. Gemeinsame Aktivitäten von Heimbewohnern wie das Essen, Gedächtnistraining oder Gymnastikübungen sind vielerorts auf sehr kleine Gruppen begrenzt worden. «Doch letztlich sind Heime keine Isolierstationen», sagte AWO-Sprecher Gersdorf. Bewohner nähmen beispielsweise auch außerhalb der Heime Arzttermine wahr. Auch dort könnten sie sich anstecken.

Appelle zum Abstandhalten stoßen in der Pflege auf praktische Grenzen: Das Waschen und Anziehen der körperlich oft sehr beeinträchtigen Menschen sei mit einem Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht machbar, betonen Pflegefachleute. Umso wichtiger sei ausreichend Schutzmaterial für das Pflegepersonal. Doch nach wie vor beklagen Pflegeverbände und -einrichtungen hier einen Mangel. «Die Heimbetreiber suchen händeringend», sagte der Landesbeauftragte des bpa, Thomas Engemann. «Manche haben sich direkt aus China Schutzausrüstungen besorgt.»

Die Versorgungssituation sei von Heim zu Heim unterschiedlich, hieß es vom DRK-Landesverband. In den Einrichtungen in Saalfeld und Rudolstadt etwa fehle es vor allem an Schutzkitteln, sagte Sommer. «Masken haben wir selbst genäht.» Bei Desinfektionsmitteln habe sich der Markt unterdessen leicht entspannt.

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