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Mehr Geld für Grundschullehrer: Auch Schülervertreter dafür

28.01.2020 - Linke, SPD und Grüne wollen im Falle einer Minderheitsregierung das Gehalt von Grundschullehrern anheben - auf das Niveau von Gymnasiallehrern. Thüringer Schülervertreter finden das gut. Bei anderen Themen sind sie aber skeptisch.

  • Schulutensilien liegen auf Schultischen einer Grundschule. Foto: Bodo Schackow/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schulutensilien liegen auf Schultischen einer Grundschule. Foto: Bodo Schackow/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) – Die Vertretung der Thüringer Schüler hat sich hinter Pläne gestellt, Grundschullehrer im Freistaat in Zukunft besser zu bezahlen. Auch wenn die Arbeit eines Lehrers an einer Grundschule bestimmt anders sei als die Arbeit eines Lehrers etwa an einem Gymnasium, gebe es keinen Grund, die Pädagogen unterschiedlich zu bezahlen, sagte die Vorsitzende der Landesschülervertretung, Selma Konrad, der Deutschen Presse-Agentur. «Die pädagogische Arbeit an einer Grundschule kann sogar anstrengender sein als die Wissensvermittlung an einem Gymnasium oder einer Regelschule.»

Zugleich erklärte Konrad, dass die von der Politik in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen den Unterrichtsausfall für die Schüler bislang keine gravierenden Verbesserungen gebracht hätten.

Im aktuellen Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün haben sich auch Linke, SPD und Grüne hinter der Forderung unter anderem der Bildungsgewerkschaft GEW gesammelt, das Einkommen von Grundschullehrern zu verbessern – nachdem der Landtag erst im Sommer 2019 beschlossen hatte, Regelschul- und Gymnasiallehrer im Freistaat grundsätzlich gleich zu bezahlen. «Grundschullehrerinnen und -lehrer werden in ihrer Besoldung den Regelschul- und Gymnasialkräften gleichgestellt», heißt es in dem Papier von Rot-Rot-Grün.

Regelschul- und Gymnasiallehrer werden in Thüringen nun in der Regel nach der Besoldungsstufe A13 bezahlt, das entspricht einem Brutto-Grundgehalt von derzeit mindestens etwa 4200 Euro pro Monat. Viele Grundschullehrer werden nach der Besoldungsstufe A12 vergütet, was ein Brutto-Grundgehalt von derzeit mindestens etwa 3600 Euro pro Monat entspricht.

Die Erhöhung der Einkommen von Grundschullehrern könne tatsächlich ein Mittel sein, um den Unterrichtsausfall an den Schulen im Freistaat einzudämmen, sagte Konrad.

Skeptischer zeigte sie sich bei den Plänen, mehr Seiteneinsteiger in den Schuldienst als Lehrer einzusetzen oder kleine Schulen zu erhalten, indem sie in einem Verbund zusammengeschlossen würden. Für manche Lehrer oder angehende Pädagogen könnten Kooperationsmodelle bei Schulen sogar ein Grund sein, sich gegen eine Anstellung dort zu entscheiden. Wenn Lehrer zwischen verschiedenen Schulen hin und herfahren müssten, bedeutet das für sie nicht nur viel zusätzlich Zeit im Auto. Es werde für sie auch schwer, an den Schulen, zwischen denen sie pendeln, mental «so richtig anzukommen», sagte Konrad.

Konrad monierte, dass immer noch zu viel Unterricht in Thüringen ausfällt. Zwar sei die Situation an den einzelnen Schulen verschieden. «Aber an vielen Schulen herrscht eine Art Ausnahmezustand.» Besonders an Grundschulen sei die Lage sehr angespannt. «Ich habe auch schon gehört, dass Schüler nur für eine Stunde am Tag in die Schule gegangen sind.»

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