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Millionenschaden: Jedes siebte Bienenvolk stirbt im Winter

06.05.2019 - Deutscher Honig ist begehrt - ein Großteil des hiesigen Konsums wird aus dem Ausland gedeckt. Doch schon seit Langem macht ein hartnäckiger Widersacher den heimischen Bienen zu schaffen. Auch dieses Jahr erlitten die Imker Einbußen.

  • Ein Imker zeigt eine Bienenwabe an einem blühenden Rapsfeld. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Imker zeigt eine Bienenwabe an einem blühenden Rapsfeld. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mayen/Erfurt (dpa/th) - Thüringer Imkerbetriebe haben im vergangenen Jahr im Schnitt 17,6 Prozent ihrer Bienenvölker verloren. Das geht aus Daten des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen (Rheinland-Pfalz) hervor. An der Umfrage hatten sich 551 Betriebe aus dem Freistaat beteiligt. Bundesweit verloren die Imkerbetriebe den Daten zufolge fast 15 Prozent ihrer Bienenvölker - grob gesagt jedes siebte Volk ist gestorben. Damit lag man etwa im langjährigen Mittel. «Es war keine gute Überwinterung, aber auch keine schlechte», sagte der Leiter des Fachzentrums, Christoph Otten.

Der Wert der in diesem Winter verlorenen Völker liegt demnach bei 20 bis 25 Millionen Euro. An der Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund nahmen bundesweit knapp 12 000 Imker teil.

Vor einem Jahr lag der Ausfall noch bei 17,9 Prozent und damit drei Punkte höher. Die Verlustquote schwankt zwischen 10 und 25 Prozent. Grund für die bessere Lage gemessen am Vorjahr: Der Winter 2017/18 dauerte lang, die Blühsaison und damit die Bienenzeit starteten spät.

Dadurch hatten die Varroa-Milben weniger Zeit, sich in den Stöcken bis zum darauffolgenden Winter zu vermehren. Geht ein Bienenstock mit einem zu hohen Milbenanteil in den Winter, ist er dem Tod geweiht; ist der Anteil gering, kommt das Volk gut klar. Die Milben gelten als Hauptgrund für das Sterben von Bienenvölkern. Ein weiterer Grund, der deutlich weniger stark ins Gewicht fällt, sind Verdauungsprobleme der Insekten, wenn diese spät im Jahr noch Waldhonig einsammeln. Gegen die Varroa-Milben gibt es wirksame Maßnahmen, etwa organische Säuren. Jeder zweite Imker hatte gar keinen Ausfall zu vermelden.

Beim Blick nach vorn bekommt Otten leichte Sorgenfalten. Der diesjährige Winter war früh vorbei, die Bienen wurden eher aktiv - und boten so den Varroa-Milben bessere Vermehrungschancen. Daher schätzt Otten, dass die Ausfälle im kommenden Winter höher werden.

Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 100 000 Imker und eine Million Honigbienen-Völker. Die allermeisten Imker sind Hobby- oder Teilzeitimker, weniger als ein Prozent sind Vollzeit-Berufsimker. Regional gab es je nach Klima und Wetter verschiedene Entwicklungen.

Mit 17,6 Prozent verlorener Völker ist Thüringen Negativ-Spitzenreiter. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sah es ähnlich schlecht aus. Allerdings ist die Datengrundlage in Ostdeutschland schwach, da sich dort jeweils nur einige Hundert Imker an der Umfrage beteiligt hatten - daher sind diese Werte weniger aussagekräftig als in Bayern mit fast 3000 Umfrage-Teilnehmern und Rheinland-Pfalz mit rund 1100.

Der Preis für ein 500-Gramm-Glas deutschen Honig lag 2018 zwischen 4,70 Euro und 6,45 Euro - hier geht es um Blütenhonig von verschiedenen Pflanzen und nicht um Sortenhonig, der teurer ist. Seit langem zieht der Preis tendenziell etwas an. Branchenkenner Otten rechnet 2019 «mit einem verhaltenem Preisanstieg».

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