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Ministervorschläge der geplanten Minderheitsregierung

05.02.2020 - Erfurt (dpa/th) - Am Mittwoch soll Bodo Ramelow (Linke) zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt werden. Erst danach können auch die Minister der geplanten rot-rot-grünen Landesregierung benannt und im Landtag vereidigt werden. Die Personalvorschläge von Linke, SPD und Grüne im Detail:

  • Abgeordnete sitzen im Plenarsaal des Thüringer Landtages. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Abgeordnete sitzen im Plenarsaal des Thüringer Landtages. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

STAATSKANZLEI/KULTUR/INFRASTRUKTUR UND LANDWIRTSCHAFT: BENJAMIN-IMMANUEL HOFF (Linke)

Der 43-Jährige gilt als einer der engsten Vertrauten von Bodo Ramelow (Linke) und Stratege. Der promovierte Sozialwissenschaftler leitet seit 2014 die Staatskanzlei und ist seitdem auch Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten. Nun kommt zumindest geschäftsführend noch das Agrar- und Infrastruktur-Ressort hinzu. Es soll aber bei zwei getrennten Ministerien bleiben. Nebenher ist Hoff unter anderem Honorarprofessor an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Bereits bevor er nach Erfurt kam, hatte Hoff Regierungserfahrung: Von Ende 2006 bis Ende 2011 war er in Berlin Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen.

ARBEIT UND SOZIALES: HEIKE WERNER (Linke)

Die 51 Jahre alte gebürtige Berlinerin kam aus der SED, der sie in der DDR in sehr jungen Jahren beigetreten war, in die heutige Linke. Nach einem Praktikum bei der FDJ-Kreisleitung Zwickau studierte sie ab 1989 zunächst Philosophie, später Erziehungswissenschaften. Von 1999 bis 2014 war sie für die PDS beziehungsweise Linke Landtagsabgeordnete in Sachsen, ihr Fachgebiet: Sozialpolitik. 2014 holte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sie als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in sein Kabinett. In dieser Zeit krempelte sie unter anderem die Familienförderung in Thüringen um und brachte ein neues Landesprogramm Familie auf den Weg. Heike Werner hat zwei Kinder.

BILDUNG: HELMUT HOLTER (Linke)

Der 66-Jährige kam 2017 aus Mecklenburg-Vorpommern nach Thüringen, um den Posten der gescheiterten Bildungsministerin Heike Klaubert (Linke) zu übernehmen. Holter gilt als Pragmatiker. Seit seinem Amtsantritt versucht er den akuten Lehrermangel im Freistaat in den Griff zu bekommen. Eines seiner größten Projekte war die Änderung des Thüringer Schulgesetzes. Nach erheblichen Widerständen gegen die ersten Entwürfe dazu ruderte er in wesentlichen Punkten zurück.

Holter hatte 1998 als Landesparteichef in Mecklenburg-Vorpommern die damalige PDS in die bundesweit erste rot-rote Landesregierung unter Regierungschef Harald Ringstorff (SPD) geführt. Der aus Ludwigslust stammende Politiker selbst war Arbeits- und Bauminister und bis 2002 auch Vize-Regierungschef. Nach dem Ende der Linkskoalition wurde er Fraktionschef der Linken in Mecklenburg-Vorpommern. Holter stammt aus Ludwigslust und ist studierter Betonbauingenieur.

FINANZEN: HEIKE TAUBERT (SPD)

Die Ostthüringerin hat in unterschiedlichen Konstellationen reichlich Erfahrung in der Landespolitik gesammelt. Seit 2014 ist die 61-Jährige Finanzministerin und konnte während ihrer ersten Amtszeit auch dank der guten Konjunktur Schulden abbauen. Zuvor war Taubert bereits Sozialministerin in der CDU-SPD-Regierung von Christine Lieberknecht (CDU). Taubert ist in Reichenbach im sächsischen Teil des Vogtlands aufgewachsen und hat einen Ingenieurabschluss für Informationstechnik. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

WIRTSCHAFT UND WISSENSCHAFT, VIZE-MINISTERPRÄSIDENT: WOLFGANG TIEFENSEE (SPD)

Wolfgang Tiefensee ist neben Bodo Ramelow das bundesweit bekannteste Gesicht der Landesregierung. Als Oberbürgermeister von Leipzig trieb er einst die - letztlich erfolglose - Olympiabewerbung der Stadt voran. Zwischen 2005 und 2009 war der heute 65-Jährige Bundesverkehrsminister, später einfaches Bundestagsmitglied und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. 2014 kam der gebürtige Geraer nach Thüringen, um den Posten des Wirtschaftsministers zu übernehmen. In den Landtagswahlkampf 2019 führte er seine Partei als Landesvorsitzender. Tiefensee ist Vater von vier Kindern und leidenschaftlicher Cello-Spieler.

INNERES: GEORG MAIER(SPD)

Er ist ein Politik-Quereinsteiger. Vor seinem Wechsel in die Thüringer Politik war der 52-Jährige in der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Bonn für die Gründungs- und Mittelstandsfinanzierung zuständig und verantwortlich für ein Fördervolumen vom mehr als 10 Milliarden Euro im Jahr. Mitte 2015 kam der gebürtige Baden-Württemberger als Staatssekretär in das Thüringer Wirtschaftsministerium. 2017 übernahm er das Innenministerium vom zurückgetretenen Holger Poppenhäger (SPD). Seitdem setzte er einen klaren Schwerpunkt auf den Kampf gegen Rechtsextremismus und versuchte teils erfolgreich, rechtsextreme Konzerte in Thüringen zu verhindern.

UMWELT, NATURSCHUTZ UND ENERGIE: ANJA SIEGESMUND (Grüne)

Die 43-Jährige leitet bereits seit 2014 in Thüringen das Ministerium, das bei den Grünen als «Herzensangelegenheit» gilt. Die Politikwissenschaftlerin aus Ostthüringen war Spitzenkandidatin im Landtagswahlkampf. Während die Grünen aber bundesweit einen Höhenflug erlebten, schafften sie es in Thüringen gerade so in den Landtag. Siegesmund kam über die heutige Bundestagsfraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, in die Politik. Von 2003 bis 2009 war sie deren Referentin im Erfurter Wahlkreisbüro. Zwischen 2009 und 2014 war sie Chefin der Landtagsfraktion. Siegesmund wohnt in Jena, ist verheiratet und hat drei Kinder.

JUSTIZ UND BÜRGERBETEILIGUNG: ANNE LÜTKES (Grüne)

Die Grünen haben die 71-Jährige aus dem politischen Ruhestand geholt. Die gebürtige Rheinländerin und ausgebildete Juristin hat erste Regierungserfahrungen in Schleswig-Holstein gesammelt. Dort war sie von 2000 bis 2005 Ministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie im Kabinett von SPD-Ministerpräsidentin Heide Simonis, deren Stellvertreterin sie auch war. Für Simonis galt sie als verlässliche Partnerin. Von 2010 bis 2017 war sie in Nordrhein-Westfalen Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Düsseldorf. Lütkes engagiert sich bei Unicef Deutschland und ist Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks.

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