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Merkel ruft CDU-Mitglieder zu mehr Optimismus auf

20.10.2018 - Beim CDU-Landesparteitag in Thüringen mahnt die Kanzlerin ihre Partei zur Geschlossenheit. Statt sich zu streiten, solle die CDU optimistisch in die Zukunft blicken.

  • Angela Merkel spricht beim Landesparteitag der CDU Thüringen mit Mike Mohring. Foto: Jens-Ulrich Koch © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Angela Merkel spricht beim Landesparteitag der CDU Thüringen mit Mike Mohring. Foto: Jens-Ulrich Koch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leinefelde-Worbis (dpa/th) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor CDU-Mitgliedern im thüringischen Leinefelde-Worbis für einen optimistischen Blick ihrer Partei in die Zukunft geworben. Das Ergebnis der Bundestagswahl sei enttäuschend gewesen, aber man habe zum vierten Mal den Regierungsauftrag bekommen, sagte sie am Samstag beim Parteitag des Thüringer CDU-Landesverbands. «Und seit einem Jahr beschäftigen wir uns viel zu sehr damit, ob wir beleidigt sein sollen oder nicht. Solche Menschen wählt man nicht. Wir sollten optimistisch in die Zukunft blicken», sagte Merkel.

Merkel ging in ihrer Rede auch auf die Diskussion der vergangenen Jahre über ihre Flüchtlingspolitik ein. «Wenn wir uns für den Rest des Jahrzehnts damit beschäftigen wollen, was 2015 vielleicht so oder so gelaufen wäre und damit die ganze Zeit verplempern und nicht mehr in die Zukunft schauen können, dann werden wir den Charakter einer Volkspartei verlieren», sagte Merkel.

Zugleich machte die Kanzlerin und CDU-Parteichefin ihren Standpunkt gegen Hass und Ausgrenzung klar. Es sei wichtig, die Sorgen der Menschen ernstzunehmen, sagte Merkel und erinnerte an die Umbrüche rund um die Wiedervereinigung. Aber das sei noch lange kein Grund, gegen andere Hass, Verurteilung und Abgrenzung zu schüren. Zum Menschenbild der CDU gehöre, dass jeder Mensch eine Würde habe. «Und Ressentiments, Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung gehören ausdrücklich nicht dazu», sagte Merkel.

Sie forderte die rund 175 Delegierten des Thüringer Landesverbands dazu auf, ein Zeichen zu setzen, «für Zukunftsoffenheit, für Optimismus, für Mut». Merkel fügte hinzu: «Mit Griesgram gewinnt man die Menschen nicht.»

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einem Gespräch mit dem «Spiegel» (Samstag) seine Partei-Kollegen davor gewarnt, die große Koalition oder die Kanzlerin infrage zu stellen. «Wir haben uns in der Union im vergangenen Herbst entschieden, eine Regierung mit der SPD für vier Jahre zu bilden, mit Angela Merkel als Kanzlerin», wird Altmaier vom «Spiegel» zitiert. Eine Debatte über Merkel würde seiner Auffassung nach nur den Rechtspopulisten nutzen.

Auch der Thüringer CDU-Landes- und Fraktionschef Mike Mohring rief zur Einigkeit in der Union auf: «Hört auf mit dem Streit und kehrt zur Sacharbeit zurück», forderte Mohring von seinen Parteikollegen in der Bundesregierung. Der 46-Jährige wurde am Samstag von den CDU-Delegierten per Akklamation zum Spitzenkandidaten für die 2019 anstehende Landtagswahl in Thüringen bestimmt. Auch als CDU-Landeschef wurde er bestätigt - mit 91,46 Prozent. Zwei Jahre zuvor war Mohring mit rund 81,6 Prozent der Stimmen an die Spitze der Thüringer CDU gewählt worden. Die CDU Thüringen zählt bei den Wahlergebnissen Enthaltungen generell nicht mit.