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Mutter Gottes unterm Dach: Marienmosaik wieder zugänglich

21.03.2019 - Schon von weitem soll es an der Westseite des Erfurter Doms zu sehen gewesen sein. Das riesige Marienmosaik wird in restaurierter Form wieder gezeigt - allerdings im Inneren des Doms. Mehr als ein halbes Jahrhundert war es nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

  • Das restaurierte Marienmosaik wird vorgestellt. Foto: Martin Schutt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das restaurierte Marienmosaik wird vorgestellt. Foto: Martin Schutt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Einst funkelte es bei Sonnenlicht am Westgiebel des Erfurter Doms: Nun hat das berühmte Marienmosaik ein neues Zuhause im Dachstuhl des Gotteshauses gefunden und kann nach Jahrzehnten wieder besichtigt werden. «So ist es zwar von außen nicht mehr sichtbar, aber im Dach ist es vor Wind und Wetter geschützt», sagte Weihbischof Reinhard Hauke am Donnerstag bei einer ersten Präsentation des Bilds.

Angefertigt wurde das Mosaik in der Werkstatt Antonio Salviatis in Venedig nach einem Entwurf des Berliner Historienmalers August Theodor Kaselowsky. Am Dom angebracht wurde es 1865. Bis 1968 hing das Mosaik an der äußeren Westseite des Mariendoms. Weil das damalige Dach aber stark beschädigt war, musste es ersetzt und das Mosaik entfernt werden. Das erwies sich als schwierig. Stück für Stück wurden die Sandsteine, auf denen das Mosaik damals aufgebracht war, mit dem Presslufthammer abmontiert.

Dabei seien einige der speziell hergestellten Keramiksteinchen verloren gegangen. Einige konnten aber wieder zugeordnet werden - wie etwa drei Steinchen am Kinn des Jesuskinds. «Die Lippen der Mutter Gottes sind aber nicht mehr zu finden», sagte Weihbischof Hauke. Wie an einem Raster entlang gibt es im Mosaik Leerstellen.

Gelagert wurde das später auf Leinen geklebte Mosaik lange Zeit in Kisten im Domkeller und war dort durch Schimmel gefährdet. Im Zuge der Gespräche über den Erhalt des Kunstwerks kam die Idee auf, das Mosaik restauriert im Dachstuhl zu präsentieren.

Die Steinchen sind auf 133 Einzelplatten aufgebracht. Das Mosaik umfasst eine Fläche von etwa 44 Quadratmetern und wiegt knapp 900 Kilogramm. Angebracht sind die Platten an einem zweieinhalb Tonnen schweren Stahlgerüst. Etwa zwei Jahre dauerte die Restauration. Die museale Präsentation kostete 220 000 Euro. Das Geld dafür wurde mit Spenden gesammelt.

Gewerkelt wird derzeit noch bei der Beleuchtung: Verschiedene Varianten, das Bild anzustrahlen, sind geplant. Besonders mit dem Einsatz von wärmerem Licht sollen die Farben besser zu Geltung kommen, erklärte Dombaumeister Andreas Gold. Hauke wird das Kunstwerk am Sonntag in einem Gottesdienst weihen. Danach sind regelmäßige Führungen geplant, bei denen das Mosaik zu sehen ist.

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