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Nach Hochkonjunktur jetzt Krise im Thüringer Handwerk

01.04.2020 - Mit gefüllten Auftragsbüchern und der Hoffnung auf ein weiteres gutes Jahr ist Thüringens Handwerk 2020 gestartet. Inzwischen herrscht große Verunsicherung - eine Vollbremsung droht.

  • Ein Auszubildender misst ein Werkstück mit einer Schieblehre aus. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Auszubildender misst ein Werkstück mit einer Schieblehre aus. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Etwa jeder zweite Handwerksbetrieb in Thüringen kämpft mit der Stornierung von Aufträgen. Drei von vier Betrieben hätten durch die Corona-Krise bereits Umsatzausfälle, andere rechneten damit, sagte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstags, Thomas Malcherek, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Das habe eine Umfrage ergeben. «Es gibt eine große Verunsicherung im Handwerk. Für einige Betriebe, beispielsweise Friseure oder Bäckereien mit Cafés, könnte die Situation existenzbedrohend sein.»

Selbst das Bau- und Ausbauhandwerk erwarte Umsatzeinbußen, weil sich private Auftraggeber zurückhielten, Mitarbeiter fehlten oder es Engpässe bei bestimmten Materialien geben könnte. «Ein Einfrieren der Wirtschaft bis in den Frühsommer würde erhebliche Probleme bringen», sagte Malcherek.

Nach seiner Schätzung wurden inzwischen von Handwerksbetrieben weit über 4000 Anträge auf Soforthilfe von Land oder Bund gestellt. Etwa 60 Prozent der Betriebe hielten laut Umfrage Kurzarbeit für ein Mittel, um die Krise zu überbrücken. Kurzarbeitsanzeigen würden bei den Arbeitsagenturen gestellt.

Probleme hätten auch Bereiche, bei denen das so nicht erwartbar sei, so der Kammer-Geschäftsführer. Dazu gehörten einige Gesundheitsberufe wie Hörgeräteakustiker oder Kfz-Werkstätten. Selbst Monteure hätten es inzwischen schwer, weil Kunden Aufträge und vereinbarte Termine aus Sorge vor einer möglichen Ansteckungsgefahr vertagen würden.

Immerhin gingen größere Bauprojekte weiter. Hier stelle sich allerdings die Frage, ob genug neue Projekte ausgeschrieben und von den Verwaltungen entsprechende Baugenehmigungen erteilt würden, sagte der Kammergeschäftsführer. «Das könnte im April und Mai ein Thema werden.»

Dabei waren Thüringens Handwerker mit gut gefüllten Auftragsbüchern und Optimismus ins Jahr 2020 gestartet. Betriebe vor allem im Bauhandwerk sowie den Bereichen Elektro sowie Heizung/Sanitär arbeiteten an der Kapazitätsgrenze - Kunden mussten auf Handwerker warten.

Malcherek forderte die Politik auf, bereits über die Zeit nach den Einschränkungen nachzudenken, mit denen derzeit die Zahl der Corona-Infektionen eingedämmt werden soll. «Dann muss es neue Programme geben, die einen Neustart der Wirtschaft ermöglichen.» Dabei gehe es vor allem um eine Überbrückung der Zeit, bis die Betriebe wieder liefen und genug Geld verdienten, um ihre Kosten zu decken.

Das Handwerk ist in Thüringen mit knapp 30 000 Betrieben und rund 150 000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Jahresumsatz lag bisher bei rund elf Milliarden Euro.

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