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Naturschützer wollen Wolfabschuss gerichtlich verhindern

15.01.2020 - Selten wird sich über ein einzelnes Tier so heftig gestritten, wie im Falle der Ohrdrufer Wölfin. Jetzt beschäftigt der eigentlich schon von oberster Stelle erlaubte Abschuss des Raubtiers auch ein Gericht.

  • Ein Jäger zielt mit seinem Gewehr. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Jäger zielt mit seinem Gewehr. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jena/Gera/Erfurt (dpa/th) - Mit einem juristischen Eilantrag wollen Thüringer Naturschutzverbände gegen den geplanten Abschuss der Wölfin auf dem Bundeswehrübungsplatz bei Ohrdruf vorgehen. Entsprechende Unterlagen dazu seien bereits bei Gericht eingereicht, teilten die Landesverbände vom Naturschutzbund (Nabu) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch mit. Das Verwaltungsgericht in Gera bestätigte den Eingang des Antrags. Details zu ihrer Entscheidung für den Schritt wollen BUND und Nabu am Freitag in Erfurt erklären.

Wölfe gelten eigentlich als streng geschützt. Sie dürfen nur in besonderen Fällen gejagt werden. Im Dezember hatte das Umweltministerium unter Anja Siegesmund (Grüne) dennoch beantragt, die Ohrdrufer Wölfin abschießen zu dürfen. Als Begründung nannte das Ministerium, dass das Tier nachweislich unter anderem immer wieder auch besonders hohe Herdenschutzzäune überwunden und Dutzende Schafe und Ziegen gerissen habe.

Die von der obersten Naturschutzbehörde Ende vergangenen Jahres erteilte Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Wölfin nehme etwa in Kauf, dass auch ein seit einigen Monaten auf dem Übungsplatz lebender Wolfsrüde abgeschossen werden könnte, so die Kritik der Naturschutzverbände. Die Wölfin galt lange Zeit als einzige standorttreue Vertreterin ihrer Art in Thüringen. So sei Thüringens gesamte Wolfspopulation durch den Abschuss gefährdet, argumentieren die Verbände. Details zu ihrer Entscheidung für den Schritt wollen BUND und Nabu am Freitag in Erfurt erklären.

Auch Papiere für ein Klageverfahren seien eingereicht worden, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Diese und der Eilantrag müsste noch geprüft werden. Beim Klageverfahren könnte sich die Entscheidung über eine Zulassung mehrere Monate ziehen. Der Eilantrag ziele darauf ab, dass die Abschussgenehmigung so lange ausgesetzt werde, bis geklärt ist, ob die Genehmigung so überhaupt haltbar sei.

Sollte der Eilantrag erfolgreich sein, dürfte die Wölfin also vorerst doch nicht gejagt werden. Der Gerichtssprecher geht davon aus, dass die Prüfung dieses Antrags einige Tage in Anspruch nimmt.

Bereits als die Ausnahmegenehmigung bekannt wurde, hatte der Nabu erklärt, eine Klage dagegen prüfen zu wollen. Das Ministerium hatte ebenfalls schon im Dezember betont, dass der Abschuss eines Einzeltieres nicht zu einer Verschlechterung des allgemeinen Erhaltungszustandes der Population der Art führte.

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