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Neue Dauerausstellung entsteht in Gedenkstätte Marienborn

15.06.2020 - Etwa 30 Jahre ist es her, dass am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang die Kontrollen eingestellt wurden. Heute ist der Ort eine Gedenkstätte. Wie vermittelt man dort Geschichte zeitgemäß?

  • Besucher gehen durch die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, die sich in einer Regenpfütze spiegelt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Besucher gehen durch die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, die sich in einer Regenpfütze spiegelt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehr Raum zum Erzählen, Zeitzeugen kommen in neuen Videos zu Wort, mehr Objekte und Multimedia sind integriert: Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn hat eine neue Dauerausstellung konzipiert. Derzeit sind Handwerker und Gestalter am Werk. «Wir haben eine komplett neue Ausstellung, inhaltlich, gestalterisch und konzeptionell», sagte der stellvertretende Gedenkstättenleiter, Sven Sachenbacher, der Deutschen Presse-Agentur. «Es geht nicht mehr nur um die Grenzübergangsstelle und das Grenzregime der DDR, sondern um die viel größere Einordnung in den historischen Hintergrund.»

Insgesamt neun Kapitel reichen von der Geschichte der deutschen Teilung über die Grenzkontrollen, das Thema Flucht, Transit, Leben im Zonenrandgebiet bis hin zur Friedlichen Revolution. All das wird von dem konkreten Ort und der Region her erzählt. Am 6. Juli soll die Ausstellung am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang an der Autobahn 2 eröffnet werden.

Die neuen Sehgewohnheiten und Erwartungen der Besucherinnen und Besucher würden berücksichtigt, betonte Sachenbacher. Zudem sei die Ausstellungsfläche erweitert worden - von bislang 360 auf nun 460 Quadratmeter. Die Ausstellung setze auf viele Exponate - ein Blickfang ist ein riesiges DDR-Emblem, das von der Betonstele am Grenzübergang direkt an der A2 stammt.

Eine Selbstschussanlage ist zu sehen und ein fahrbarer Spiegel, mit dem der Unterboden der passierenden Autos untersucht wurde. Von den Original-Schlüsseln eines Fluchtfahrzeugs ausgehend wird die Geschichte der Menschen erzählt, die die DDR verlassen wollten. Multimediastationen gehören zur Ausstellung ebenso wie Projektionen, die die Besucher eintauchen lassen in die Geschichte.

Die Perspektive wandele sich, sagte Sachenbacher. Während früher viele Besucherinnen und Besucher ihre Erinnerungen auffrischen und bestätigen wollten, kennen viele jüngere diesen Ort aus eigener Anschauung gar nicht mehr, so der Vize-Gedenkstättenleiter. Auch deshalb seien mehr Erklärung und Einordnung nötig.

Die Grenzübergangsstelle Marienborn an der Autobahn 2 war die größte und bedeutendste an der innerdeutschen Grenze außerhalb Berlins. 1985 passierten fast 4,5 Millionen Fahrzeuge den Grenzübergang, täglich wurden durchschnittlich 12 320 abgefertigt. Rund 1000 Menschen leisteten auf dem rund 35 Hektar großen Gelände zu DDR-Zeiten ihren Dienst. Warten und Schikane waren Teil des Systems. 1996 wurde das Gelände zur Gedenkstätte.

«Neu ist auch die enge Verzahnung zwischen Ausstellung und dem Außengelände», sagte Sachenbacher. Mit der Ausstellung entstehe quasi eine Vertiefungsebene. Einen festen Rundgang gebe es nicht. Seit dem vergangenen Jahr gibt es ein neues Infosystem auf dem riesigen Gelände der Grenzübergangsstelle mit seinen typischen gelblich gewellten Dächern. Sogenannte Zeitschleusen informieren dort schon die Besucherinnen und Besucher über die Geschichte des Ortes.

Durch kleine Guckschlitze sehen sie historische Fotos und bekommen so einen Eindruck, wie es an diesem heute so menschen- und autoleeren Ort früher aussah. Auch aus der Ausstellung im Hauptgebäude heraus werden solche Sehschlitze einen Blick auf das «historische Draußen» wie die Zollabfertigung von damals gewähren.

Die Gedenkstätte Marienborn, zu der auch das Grenzdenkmal Hötensleben gehört, hatte laut Sachenbacher im vergangenen Jahr 137 700 Besucherinnen und Besucher, trotz teilweise erheblicher Einschränkungen wegen Umbaumaßnahmen.

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