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Neues Coronavirus sorgt für erste Verdachtsfälle

30.01.2020 - Ist das neuartige Coronavirus in Thüringen angekommen oder doch nicht? Untersuchungen zu den ersten Verdachtsfällen laufen noch. Fachleute warnen vor Hysterie.

  • Einen Mitarbeiter führt Laboruntersuchungen zur Abklärung des Coronavirus durch. Foto: Hans Punz/APA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Einen Mitarbeiter führt Laboruntersuchungen zur Abklärung des Coronavirus durch. Foto: Hans Punz/APA/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Nach den ersten Verdachtsfällen auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Thüringen steht das Ergebnis von Laboruntersuchungen noch aus. Möglicherweise werde das Testergebnis erst am Freitag vorliegen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag. Zwei Personen, die von einer Reise aus China zurückgekehrt sind, waren nach Ministeriumsangaben mit Symptomen einer Atemwegserkrankung vorsichtshalber in ein Krankenhaus in Erfurt gebracht worden. Sie wurden dort isoliert. Eine molekularbiologische Untersuchung in der Berliner Charité sei veranlasst worden, sagte eine Sprecherin des Erfurter Helios-Klinikums.

Auch im Krankenhaus Apolda (Weimarer Land) wurde ein Mann vorsorglich stationär aufgenommen, der sich nach einer China-Reise nicht wohl fühlte und Sorgen machte. Der Mann habe sich am Donnerstagvormittag selbst in der Notaufnahme der Klinik gemeldet, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Er sei isoliert, ein Labortest in der Charité laufe noch. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Verdacht in allen drei Fällen eher vage.

Nach den Kriterien des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) seien eine Erkrankung plus Aufenthalt in einem Risikogebiet oder ein Kontakt zu nachweislich Erkrankten Anlass für einen begründeten Verdacht, hieß es vom Ministerium. Diese Kriterien träfen auf die Betroffenen nicht zu. Eine Sprecherin des Erfurter Klinikums sagte, die Patienten zeigten nur leichte Infektionssymptome. Einer der Betroffenen habe sich in den vergangenen 14 Tagen in Shanghai aufgehalten. In China ist vor allem die zentralchinesische Millionenmetropole Wuhan vom Ausbruch des neuen Virus betroffen.

Bei der Aufnahme seien alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wie Schutzkleidung für Patienten und Mitarbeiter eingehalten worden, sagte die Sprecherin des Klinikums. Das Erfurter Gesundheitsamt sei informiert.

Das Thema Coronavirus beschäftigte am Donnerstag auch den Landtag. Im Moment gingen die Thüringer Gesundheitsbehörden nicht davon aus, «dass es hier zu einem größeren Ausbruch kommen könnte», sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in der Fragestunde. Auch das derzeitige Meldesystem sei ausreichend. Bei einer meldepflichtigen Infektion mit dem neuen Virus reicht die Informationskette von behandelnden Arztpraxen und Krankenhäusern über das jeweilige Gesundheitsamt bis zum Robert-Koch-Institut.

Nach Einschätzung von Experten verläuft die Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, zum Teil sogar ohne jegliche Symptome wie trockenem Husten, Fieber und Atemnot.

Unterdessen hat die Ausbreitung des Virus in China Folgen für den Studentenaustausch mit Thüringen. Als Vorsichtsmaßnahme habe die Partneruniversität in Wuhan die Einschreibung von Gaststudenten aus Jena ausgesetzt, informierte der Sprecher der Universität Jena, Axel Burchardt, am Donnerstag. Zugleich werde es nach jetzigem Stand Studenten von dort kaum möglich sein, zum Sommersemester nach Jena zu kommen. Darüber hatten zuvor die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet. Wuhan und die umliegende Provinz Hubei sind von dem Krankheitsausbruch besonders betroffen und weitgehend abgeriegelt.

Burchardt betonte, dass der Austausch mit Partnerhochschulen in anderen Landesteilen Chinas bisher nicht eingeschränkt werde. Auch andere Thüringer Hochschulen pflegen einen Austausch mit Partnern in China. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums gibt es derzeit 80 Hochschulkooperationen sowie 44 Kooperationen hiesiger Forschungseinrichtungen mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in China.

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