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Neues Leibniz-Zentrum in Jena soll 60 Arbeitsplätze bringen

13.09.2019 - Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. In Jena wollen Wissenschaftler den Krankheiten künftig mit neuer Technologie den Kampf ansagen.

  • Eine Forscherin bereitet am Institut mit der Pipette eine Probe vor. Foto: Andras Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Forscherin bereitet am Institut mit der Pipette eine Probe vor. Foto: Andras Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jena (dpa/th) - Zur Erforschung von Infektionskrankheiten soll in Jena ein neues Leibniz-Zentrum entstehen. Der Bund unterstützt das Projekt in den kommenden 15 Jahren mit 150 Millionen Euro, wie ein Sprecher des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien am Freitag sagte. Am neuen Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) sollen Wissenschaftler mithilfe photonischer Technologien - also Methoden, die Licht als Werkzeug nutzen - Infektionen erforschen und Therapien entwickeln. Es sollen mehr als 60 neue Arbeitsplätze in Jena entstehen.

Geplant ist nach Informationen des LPI, dass in etwa fünf Jahren für rund 35 Millionen Euro ein neues Gebäude auf dem Gelände des Universitätsklinikums Jena entsteht. «Der Ansatz ist, dass wir eine Technologieplattform in einem klinischen Umfeld zur Verfügung stellen, diese können Nutzer für ihre Projekte verwenden», sagte der Sprecher. Naturwissenschaftler, Technologieentwickler, Mediziner und Medizintechnikhersteller sollen dort zusammenarbeiten.

Das neue Forschungszentrum entspringe einem dringenden medizinischen Bedarf, sagte Michael Bauer, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena. «Bisherige Standard-Diagnoseverfahren liefern zwar zuverlässige Ergebnisse, doch häufig müssen Mediziner zu lang warten, etwa bis sie wissen, welches Bakterium eine Infektion auslöst und welche Medikamente dagegen wirken.»

Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit und stellen auch in Industrienationen eine wachsende Bedrohung dar, wie das LPI betonte. Weil immer mehr Erreger Resistenzen gegen verfügbare Antibiotika entwickeln, könnte demnach auch von Krankheiten, die heute gut zu behandeln sind, in naher Zukunft wieder eine tödliche Gefahr ausgehen. Photonische Technologien könnten daher für schnelle Diagnoseverfahren im Kampf gegen Infektionen genutzt werden, teilte der Sprecher der Leibniz-Gemeinschaft mit.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gratulierte am Freitag den beteiligten Wissenschaftlern per Mitteilung. Das Land werde auch seine eigenen Möglichkeiten nutzen, um das LPI zu einem europaweit einmaligen Forschungszentrum zu entwickeln, teilte der Minister mit. «Forscher aus der ganzen Welt finden hier optimale Infrastruktur, um ihre Idee zu erforschen und neue Lösungen zu finden. Ich bin mir sicher, dass dabei der in Jena gelebte Geist der Kooperation alle voranbringen kann.»

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