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Opfer von Macheten-Attacke schildert Angriff bei Prozess

16.02.2021 - Eine Auseinandersetzung in der Asylbewerberunterkunft in Rudolstadt hätte fast ein tödliches Ende genommen. Der mutmaßliche Täter und sein Opfer trafen sich jetzt vor Gericht wieder.

  • Blick in den Gerichtssaal des Landgerichts Gera. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick in den Gerichtssaal des Landgerichts Gera. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei einem Prozess wegen versuchten Totschlags gegen einen 24-Jährigen vor dem Landgericht Gera hat am Dienstag das Opfer der Attacke ausgesagt. Der 21-Jährige schilderte, dass er im Mai 2020 in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rudolstadt mit dem mutmaßlichen Täter in Streit geraten sei. Sein Kontrahent habe seine Mutter und seine Schwester wiederholt beleidigt. Als er sich dagegen zur Wehr gesetzt habe, hätte der 24-Jährige mit einer Machete auf ihn eingeschlagen.

Bei den Schlägen mit der etwa einen Meter langen Waffe hatte der 21-Jährige schwere Verletzungen an Kopf, Armen, Schulter und Beinen erlitten. Mit einem Schlag hatte der 24-jährige Marokkaner ein Schlüsselbein seines Opfers zertrümmert. An den Armen erlitt er tiefe Schnittwunden. Der 21-Jährige überlebte nur, weil er mit mehreren Notoperationen gerettet werden konnte.

In der Nacht der Tat habe er sich bei dem Angeklagten beschwert, weil dieser laut Musik gehört hatte. Daraufhin sei es zu den Beleidigungen und den Schlägen mit der Machete gekommen. Er habe dann trotz seiner Verletzungen ein Pfefferspray geholt und es dem Angreifer in die Augen gesprüht. Schließlich habe er sich zur Wache der Unterkunft retten können. Von dort sei er ins Krankenhaus gebracht worden. Wiederholt unterstrich er während seiner Aussage, er habe dem Angreifer verziehen.

Bei der Verlesung der Anklage hatte Staatsanwalt Jens Wöhrmann gesagt, der Beschuldigte habe in der Absicht gehandelt, sein Gegenüber zu töten. Zumindest habe er jedoch den möglichen Tod seines Opfers billigend in Kauf genommen. Er habe sich deshalb des versuchten Totschlags schuldig gemacht. Der Anwalt des Beschuldigten kündigte an, sein Mandant werde sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zu den Vorwürfen äußern. Für den Prozess sind noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

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