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Opfer von Sexualdelikten: Mehr Beratungen beim Weißen Ring

14.06.2019 - Die «MeToo»-Debatte hat 2017 Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen in den Blick gerückt. Im Jahr zuvor wurde sexuelle Belästigung strafbar - beides hat Auswirkungen auf die Arbeit des Weißen Rings.

  • Kugelschreiber liegen bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz des Verbands Weißer Ring auf einem Informationsschreiben. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kugelschreiber liegen bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz des Verbands Weißer Ring auf einem Informationsschreiben. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Seit der Reform des Sexualstrafrechts 2016 haben mehr Opfer dieser Straftaten beim Weißen Ring in Thüringen Hilfe gesucht. «Es gibt mehr Nachfragen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was sexuelle Übergriffe angeht», sagte die Thüringer Landesvorsitzende der Opferschutzorganisation, Marion Walsmann, der Deutschen Presse-Agentur. Nicht nur die Reform des Sexualstrafrechts, sondern auch die «MeToo»-Debatte habe dazu geführt, dass das Thema etwas mehr aus der Tabuzone herausgetreten sei, so die CDU-Politikerin.

Mitte 2016 war das Sexualstrafrecht verschärft worden. Demnach macht sich schon die Person strafbar, die sich über den «erkennbaren Willen» des Opfers hinwegsetzt («Nein heißt Nein»). Neu hinzu kam der Straftatbestand der sexuellen Belästigung.

Die Gesetzesreform hat in der Polizeilichen Kriminalstatistik zu Verschiebungen geführt. So wurden in den vergangenen zwei Jahren in Thüringen deutlich mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. 2018 waren es rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr, 2017 waren es drei Prozent mehr. In der Statistik zählt sexuelle Belästigung seit 2017 zur Deliktgruppe der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - zuvor wurde es als «Beleidigung» zu «sonstigen Straftaten» gerechnet.

Die «MeToo»-Debatte kam 2017 ins Rollen und spielte eine große Rolle in den Medien. Unter dem Hashtag #MeToo posteten vor allem Frauen in sozialen Netzwerken millionenfach ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen.

Der höhere Beratungsbedarf beim Weißen Ring spiegelt sich in der Statistik allerdings nur bedingt wider. So gab es 2016 in Thüringen beim Weißen Ring 117 Opferfälle von Sexualdelikten, 2017 waren es 93, im vergangenen Jahr wieder 117. Nicht alle Beratungen werden in der Statistik erfasst, wie ein Sprecher erklärte. Auf eine angezeigte Tat kommen Schätzungen zufolge zudem etwa vier bis fünf Fälle im Dunkelfeld.

Ein Problem sei, dass sich Opfer immer die Frage stellen müssten, ob sie rechtlich etwas gegen den Täter durchsetzen können, sagte Walsmann. Registrierten Opfer, dass etwa Gerichtsverhandlungen wegen Sexualdelikten zu einer Bestrafung des Täters führen, trauten sie sich eher, selbst Anzeige zu erstatten. Deswegen könne es einige Zeit dauern, bis sich die Reform des Sexualstrafrechts auf die Zahlen niederschlägt.

In Thüringen sind 115 ehrenamtliche Mitarbeiter in 20 Außenstellen für den Weißen Ring aktiv.

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