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Politisch und poetisch: Herbstlese mit vollem Programm

28.08.2019 - Tee kochen, einmummeln und schmökern? Dass sich Literaturgenuss im Herbst durchaus aktiver gestalten lässt, zeigt wieder die Erfurter Herbstlese. Das Festival holt hochkarätige, populäre und auch streitbare Autoren in die Landeshauptstadt.

  • Der künstlerische Leiter des Zentrums für Politische Schönheit, Philipp Ruc. Foto: Gregor Fischer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der künstlerische Leiter des Zentrums für Politische Schönheit, Philipp Ruc. Foto: Gregor Fischer/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - «Träume sind Schäume?» lautet das Motto der Erfurter Herbstlese in diesem Jahr - aber nicht als Fakt, sondern als Frage. Antworten darauf dürften bei geplanten 73 Veranstaltungen vielfältig ausfallen, vor allem aber auch politisch, wie das ein Programmschwerpunkt vorsieht. Das Motto sei sehr literarisch, sagte der Vereinsvorsitzende der Herbstlese, Dirk Löhr, am Mittwoch in Erfurt. Jeder träume zunächst für sich selbst. «Wenn es größere Gruppen betrifft, wird es aber auch schnell politisch.»

Politisch wird es etwa mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen Robert Habeck, der bereits vor offiziellem Festivalbeginn am 17. September zu einem «Herbstlese-Extra» mit Theaterintendant Steffen Mensching über «Poesie und Politik» diskutiert.

Mit Philipp Ruch holt sich das Festival in seiner 23. Saison eine sehr streitbare Figur in sein Programm. Ruch ist Leiter des umstrittenen Zentrums für Politische Schönheit. Die Kunst-Aktivisten haben etwa neben dem Haus des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal nachgebaut.

Die Journalisten Dunja Hayali und Ulrich Wickert sind mit ihren Büchern «Haymatland- Wie wollen wir zusammenleben?» und «Identifiziert euch! Warum wir ein neues Heimatgefühl brauchen» dabei. Auch die DDR und die Entwicklungen nach dem Fall der Mauer vor 30 Jahren werden einige Autoren beschäftigen: etwa Daniela Dahn mit «Die Einheit. Eine Abrechnung» oder auch Schauspieler Joachim Król, der sich mit Reporter Lucas Vogelsang in «Was wollen die denn hier? Deutsche Grenzerfahrungen» auf geschichtliche Spurensuche begibt.

Eine nicht klassische Lesung verspricht ein Abend mit Bernhard Schlink zu werden. Der Jurist und Schriftsteller («Der Vorleser») liest zum 70. Bestehensjahr aus dem Grundgesetz vor und wird dabei mit der Gitarre begleitet.

Insgesamt bietet die Herbstlese vom 21. September bis 16. Dezember einen literarischen Rundumschlag mit Neuerscheinungen in den Bereichen Roman, Sachbuch, Krimi, Unterhaltung sowie Kinder- und Jugendliteratur.

Daneben stehen etwa Lesungen von Karen Köhler («Wir haben Raketen geangelt») mit ihrem ersten Roman auf dem Programm, und auch bekannte Namen wie Alexander Osang, Ulrich Tukur, Jan Weiler oder Rufus Beck sind gelistet. Für die Lesung des Bestseller-Autors Sebastian Fitzek zieht die Herbtslese von den bekannten Veranstaltungsorten in die Messe, wo mehrere Tausend Zuhörer Platz finden sollen. Bereits jetzt seien 900 Karten per Vorverkauf über die Theke gegangen, hieß es.

Im vergangenen Jahr kamen bei 75 Veranstaltungen rund 14 800 Besucher zur Herbstlese.

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