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Polizei sieht keinen Anstieg von Gewalt in Familien

12.07.2020 - Gewalt in der Familie trifft vor allem Frauen und Kinder. Wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise war die Befürchtung groß, dass sich solche Gewalttaten häufen.

  • Ein Mann ballt seine Faust. Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann ballt seine Faust. Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Sorge, dass es wegen der Corona-Beschränkungen zu mehr Gewalt in Familien kommt, hat sich nach Einschätzung der Polizei nicht bewahrheitet. Weder in der Polizeistatistik noch in der Belegung von Frauenhäusern und Schutzwohnungen sei seit Beginn der Pandemie ein größerer Anstieg der Fälle sogenannter häuslicher Gewalt zu beobachten, sagte die Sprecherin der Landespolizeidirektion, Antje Weißmann, der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn es zu solchen Gewalttaten gekommen sei, seien die Polizisten konsequent eingeschritten, betonte Weißmann. Die Polizei habe von Beginn der Krise an das Risiko einer Zunahme solcher Gewalttaten im Blick gehabt und in ihren Konzepten berücksichtigt.

Als einen Grund dafür, dass es wohl nicht zu mehr Gewalt in Familien gekommen ist, nannte sie die Art der Einschränkungen. «In Thüringen hat es zu keiner Zeit Kontaktverbote oder einen kompletten Lockdown gegeben.» Stattdessen wurde auf Kontaktbeschränkungen gesetzt. So sei es stets möglich gewesen, unter Beachtung bestehender Auflagen die Wohnung zu verlassen oder Hilfe zu suchen.

Laut Polizei wurden 2018 in Thüringen etwa 2900 Fälle häuslicher Gewalt registriert, 2019 waren es etwa 2300. Zahlen für dieses Jahr liegen den Angaben nach nicht vor.

Von häuslicher Gewalt spricht die Polizei, wenn es zu physischer oder psychischer Gewalt zwischen Menschen kommt oder zu kommen droht, die in einer Familie, Ehe oder eheähnlichen Beziehung stehen und in einem Haushalt leben. Zudem muss die Ursache in der Beziehung liegen. Opfer sind meist Frauen, aber auch Kinder. Unter den Opfern waren laut Polizeistatistik 2019 etwa 1800 Frauen, 540 Männer und 960 Kinder.

Um einzuschreiten, können Polizisten die Gewalttäter der Wohnung verweisen - selbst wenn er oder sie dort wohnt. Eine solche Anordnung könne für bis zu zehn Tage getroffen werden und auch das Umfeld der Wohnung umfassen, sagte die Polizeisprecherin. Dieses Instrument habe sich im Einsatz bewährt. Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk geht hervor, dass Landespolizisten voriges Jahr etwa 340 Mal mutmaßliche Gewalttäter aus einer Wohnung verwiesen haben; etwa 90 wurden in Gewahrsam genommen, um Übergriffen vorzubeugen, 20 Mal nahmen Polizisten die mutmaßlichen Gewalttäter vorläufig fest.

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