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Ramelow bei Protest gegen Schließung von Norma-Werk

24.09.2020 - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat den Arbeitnehmer-Protest gegen die Schließung eines Werks des hessischen Autozulieferers Norma Group in Nordthüringen unterstützt. «Haltet zusammen, kämpft», sagte Ramelow am Donnerstag bei einer Kundgebung in Gerbershausen im Thüringer Eichsfeld. Der Standort mit 160 Vollzeitstellen soll Unternehmensangaben zufolge geschlossen und die Produktion nach Tschechien verlegt werden. Norma will zudem am Hauptsitz im hessischen Maintal etwa 160 Stellen in der Produktion streichen.

  • Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, legt einen Mundschutzt an. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, legt einen Mundschutzt an. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Strukturwandel in der Automobilindustrie dürfe nicht gegen, sondern müsse mit den Beschäftigten organisiert werden, sagte Ramelow. Thüringens Regierungschef machte deutlich, dass es sich bei den nach seinen Angaben etwa zwei Millionen Euro an staatlicher Förderung, die Norma für die Investition in Gerbershausen 2011 erhalten habe, um das Geld der Steuerzahler und damit der Arbeitnehmer handele. Es falle auf, dass jetzt, wo die Standortbindung für die Förderung ausgelaufen sei, die Entscheidung zur Betriebsschließung komme. Ramelow: «Das ist keine Art, wie man miteinander umgeht.»

Der Linke-Politiker forderte von der Bundesregierung, bei ihren Autogipfeln stärker als bisher die Situation der Zulieferer in den Blick zu nehmen. Auch über Standortgarantien müsse gesprochen werden, verlangte Ramelow.

Das Unternehmen Norma, das unter anderem Befestigungsschellen und Verbindungselemente für die unterschiedlichsten Branchen herstellt, war bereits im vergangenen Jahr in den Sog schwacher Automärkte geraten und hatte sich ein Umbauprogramm verordnet. In diesem Jahr kamen die Folgen der Corona-Krise hinzu. Weltweit werden etwa 8500 Mitarbeiter beschäftigt.

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