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Rechnungshof: Konsequenzen aus Wirecard-Betrug ziehen

07.08.2020 - Rechnungshofpräsident Sebastian Dette plädiert für einen regelmäßigen Wechsel der Wirtschaftsprüfer, die die Bilanzen von Unternehmen mit Landesbeteiligung unter die Lupe nehmen. «Wir empfehlen, dass spätestens alle fünf Jahre die Prüfungsgesellschaft zu wechseln ist», sagte Dette der Deutschen Presse-Agentur. Das sollte eine Konsequenz aus dem Betrugsfall beim Zahlungsdienstleister Wirecard sein.

  • Thüringens Rechnungshofpräsident Sebastian Dette. Foto: Martin Schutt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Thüringens Rechnungshofpräsident Sebastian Dette. Foto: Martin Schutt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der inzwischen insolvente Dax-Konzern hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. In diesem Zusammenhang wird die Rolle von Wirtschaftsprüfern kritisch diskutiert, die Jahresabschlüsse von Wirecard jahrelang nicht beanstandet hatten.

Ein häufiger Wechsel der Rechnungsprüfer auch bei Landesbeteiligungen könnte helfen, dass ungewöhnliche Sachverhalten in Jahresbilanzen schneller auffallen, so Dette. Diese Position würden auch die Rechnungshöfe anderer Bundesländer vertreten. Bei langen Geschäftsbeziehungen mit Prüfungsgesellschaften bestehe zumindest die Gefahr, «dass der kritische Blick auf Sachverhalte verloren gehen könnte».

Dette unterstützte Vorschläge, die Vertragsdauer mit Rechnungsprüfungsgesellschaften generell gesetzlich zu beschränken. Bisher gebe es in Deutschland keine Rechtsvorschrift, die festlegt, dass Unternehmen die externen Prüfer ihrer Jahresabschlüsse in einem bestimmten zeitlichen Abstand wechseln sollen, erklärte der Chef des Rechnungshofs in Rudolstadt.

Das Land Thüringen hat bei etwa einem Dutzend Unternehmen als Mehrheitsgesellschafter das Sagen. In diesen Firmen stecken nach früheren Angaben des Finanzministeriums etwa 162 Millionen Euro an Kapital. Das Spektrum reicht von der Messe und dem Flughafen in Erfurt über die Aufbaubank, die Tourismus-Gesellschaft bis zu Lotto Thüringen. An Industrie-Unternehmen hält das Land Anteile ausschließlich über Beteiligungsfonds bei der Aufbaubank.

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