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Sächsische Bauern erwarten Erntehelfer noch im April

03.04.2020 - In einer Großaktion und unter vielen Bedingungen dürfen sie kommen, die ausländischen Erntehelfer. Auch in Sachsen werden sie dringend gebraucht. Denn Spargel und Erdbeeren ist Corona egal.

  • Erntehelfer arbeiten auf einem Feld. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Erntehelfer arbeiten auf einem Feld. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Sächsische Landesbauernverband (SLB) und der Landesverband Sächsisches Obst haben den Kompromiss zur Einreise von Erntehelfern gelobt. «Wir sind froh, dass wir eine Lösung hinbekommen haben», sagte SLB-Geschäftsführer Manfred Uhlemann am Freitag in Dresden. Auch der Geschäftsführer des Obstbauernverbands, Udo Jentzsch, sieht in der Regelung eine große Hilfe. «Wir begrüßen das natürlich», sagte Jentzsch. «Wir hoffen, dass wir mit diesen ganzen Regularien unsere Ernte doch ganz gut einbringen können.»

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatten sich am Donnerstag darauf verständigt, dass in diesem und im kommenden Monat jeweils 40 000 Saisonarbeiter unter bestimmten Konditionen aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen - um Ernteausfälle zu vermeiden. In Sorge um eine rasche Virus-Ausbreitung hatte das Innenministerium zuvor weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt.

4056 Saisonarbeitskräfte hätten den Bauern in Sachsen für die anlaufende Saison gefehlt - unter anderem aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Nun dürfen sie einreisen. Allerdings nur in Gruppen und per Flugzeug. Wer neu anreist, muss in den ersten 14 Tagen strikt getrennt von sonstigen Beschäftigten leben und arbeiten und darf das Betriebsgelände nicht verlassen. Die Regierung nennt dies eine «faktische Quarantäne bei gleichzeitiger Arbeitsmöglichkeit».

Sachsens Agrarminister Wolfram Günther (Grüne) nannte die Regelung insgesamt einen «ganz wichtigen Schritt, um Aussaat, Pflanzungen und Ernte zu sichern»: «Wir gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der Saisonarbeit in Sachsen damit abgedeckt werden kann.» Allerdings sah Günther auch zwei Schwierigkeiten: Zum einen müsse man Menschen dazu bewegen, nach Deutschland zu kommen: «Denn Corona heißt Unsicherheit.» Zum anderen dürften kleinere Betrieb Schwierigkeiten haben, die Anforderungen des Bundes umzusetzen. Diese müssten ihren Bedarf weiterhin mit einheimischen Arbeitskräften decken. Günther hält dafür auch Kurzarbeiter, Schüler und Studenten für geeignet.

«Wir sind froh, dass die Politik uns hier ein stückweit Vertrauen entgegenbringt, dass die Betriebe das ordentlich machen - auch im Sinne des Infektionsschutzes», sagte Uhlemann. Um den Gesamtbedarf an Arbeitskräften zu reduzieren, wollten die Gemüse- und Obstbauern stark miteinander kooperieren, betonten Uhlemann und Jentzsch.

Bis zur Erdbeerernte Ende Mai haben die Obstbauern in Sachsen «so einen Bedarf von 1000 bis 1100 Saisonarbeitskräften», betonte Jentzsch. Bis dahin würden die Betriebe bewusst nicht nach ausländischen Saisonhelfern fragen. Diese müssten sich aktuell vorrangig um den Spargel kümmern. Man versuche außerdem, die Ernte ein bisschen zu verzögern, sagte Jentzsch. Die Erdbeeren seien dazu vielerorts mit Stroh abgedeckt worden. Insgesamt sei man nun aber optimistisch - vor allem, weil die Sicherheit für die Betriebe wieder da sei, «dass man doch die Leute hier wieder ran kriegt».

«Die Voraussetzung ist natürlich auch, dass die Leute kommen - dass sie kommen wollen», sagte Jentzsch. Es gebe zwar die Sorge, dass manche Erntehelfer aktuell nicht nach Deutschland reisen möchten. Aber man sei «optimistisch, dass das alles funktioniert, dass wir Saisonkräfte kriegen», sagte der Chef der Obstbauern.

Die Erntehelfer sollen über eine digitale Plattform nach Rückmeldungen der Landwirte ausgewählt werden. «Wir gehen davon aus, dass Anfang nächster Woche das Portal gestartet wird», sagte SLB-Chef Uhlemann. Allerspätestens übernächste Woche rechne man mit den ersten eingeflogenen Saisonkräften. Trotzdem würden auch weiterhin lokale helfende Hände benötigt. «Dort rechnen wir mit einer Größenmenge von 10 000 - die uns wirklich nutzen».

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