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Strukturwandel: Autozulieferer investieren kräftig

02.01.2020 - Licht und Schatten liegen in der Automobilindustrie derzeit dicht beieinander. Die wichtigste Thüringer Industriebranche steht vor enormen Herausforderungen, denen einige Firmen nicht gewachsen sind. Andere bauen neue Geschäftsfelder auf.

  • Eine Mitarbeiterin eines Automobilzulieferers montiert einen Vierzylinder-Benzinmotor. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mitarbeiterin eines Automobilzulieferers montiert einen Vierzylinder-Benzinmotor. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Automobilzulieferindustrie sieht nicht nur Risiken, sondern auch Chancen im Strukturwandel und investiert kräftig. «Die Investitionen in diesem und dem vergangenen Jahr summieren sich auf fast 442 Millionen Euro», sagte der Geschäftsführer der Branchenvereinigung «automotive thüringen», Rico Chmelik, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. «Der strukturelle Umbruch hat längst begonnen.» Bei einer Umfrage der Branchenvereinigung hätten etwa 70 Prozent der Firmen von ersten Aufträgen für die Produktion von Elektrofahrzeugen berichtet.

Vor allem in den Bereichen Fahrzeuginterieur und -elektronik böten sich neue Märkte und Absatzchancen. Innenausstattung und Funktionalität würden viel stärker als in der Vergangenheit auf die Bedürfnisse der Insassen zugeschnitten.

Als Beispiele für Investitionen nannte Chmelik die Ansiedlung der Firma Marquardt Lightronics GmbH - einem Familienunternehmen aus Süddeutschland - im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz. Die kanadische Firma Weber Manufacturing habe für ihren ersten europäischen Standort Gotha ausgewählt. Investitionen liefen auch bei BMW und Bosch in ihren Werken bei Eisenach oder bei ContiTech in Waltershausen.

Der chinesische Batterieriese CATL, der am Erfurter Kreuz ein neues Werk baut, sei zunächst nur mit den Investitionen für die erste Ausbaustufe veranschlagt. Insgesamt hat CATL Investitionen in sein Thüringer Batteriezellenwerk von bis zu 1,8 Milliarden Euro bis 2025 angekündigt. Es sei ein Beispiel dafür, dass Elektromobilität auch Arbeitsplätze bringe und nicht nur bei traditionellen Antrieben gefährde, sagte der automotive-Geschäftsführer.

«Es wird massive Strukturveränderungen geben. Nicht nur was, sondern auch wo produziert wird», sagte Chmelik. Vom Trend zum autonomen Fahren - quasi zu «sehenden Autos» - könnte die optische Industrie mit ihrem Zentrum in Jena profitieren. Das gelte auch für Halbleiterhersteller in Erfurt. Der Anteil an Elektrik und Elektronik in den Autos werde von heute etwa 30 in den kommenden Jahren auf 50 Prozent steigen.

Insgesamt werde 2020 für die Automobilindustrie, die in Thüringen vor allem durch Zulieferer geprägt ist, ein schwieriges Jahr. Vieles hänge davon ab, wie sich die Leitmärkte in den USA und China entwickelten. «Es gibt viele Unsicherheiten, auch durch Megafusionen bei den Autoherstellern.»

Die Branche, die rund 55 000 Mitarbeiter im Freistaat beschäftige und für einen Jahresumsatz von rund 4,4 Milliarden Euro stehe, sei laut Umfrage verhalten optimistisch. Etwa die Hälfte der Firmen rechnete mit einer stabilen Entwicklung, zehn Prozent mit einem Rückgang.

2019 hatte laut Branchenvereinigung jeder zweite Automobilzulieferer in Thüringen Umsatzeinbußen von 15 bis 20 Prozent zu verkraften. Das Wirtschaftsministerium bekräftigte seine Bereitschaft, Autozulieferer bei der Bewältigung des Strukturwandels zu unterstützen. Förderprogramme seien angepasst und eine spezielle Koordinierungsstelle aufgebaut worden.

Probleme gibt es vor allem in der Region Eisenach mit Insolvenzen oder Betriebsstilllegungen unter anderem im Bereich Antriebstechnik. Mit der Mitec AG und JD Norman Germany hatte es auch zwei größere Firmen getroffen, für die es inzwischen jedoch Investoren oder Interessenten gibt. Trotzdem gehen dort Arbeitsplätze verloren.

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