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Studie: In Thüringen wird oft nicht bedarfsgerecht gebaut

22.07.2019 - Thüringen hat einen gespaltenen Wohnungsmarkt: Wenig Angebote und steigende Mieten in den großen Städten, Leerstand in ländlichen Regionen. Eine Studie zeigt nun, dass darauf beim Neubau bisher nur unzureichend reagiert wird.

  • Arbeiter montieren von einer Hebebühne aus Teile an einem Neubau. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Arbeiter montieren von einer Hebebühne aus Teile an einem Neubau. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt/Köln (dpa/th) - In vielen Regionen Thüringens wird nach einer Studie am Bedarf vorbei gebaut. In vier kreisfreien Städten und fünf Kreisen wird weniger gebaut als erforderlich, wie aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht. Besonders groß ist das Missverhältnis zwischen Wohnungsfertigstellungen und Bedarf demnach in Erfurt, Gera, Weimar, Eisenach sowie den Kreisen Gotha und Saale-Holzland. Dort wurde mit den fertiggestellten Wohnungen im Zeitraum von 2016 bis 2018 weniger als die Hälfte des von den Fachleuten errechneten Bedarfs bis 2020 gedeckt.

Eine besonders starke Diskrepanz gibt es den Autoren zufolge in Eisenach, wo 79 neuen Wohnungen ein Bedarf von 291 gegenübersteht. Auch in Gera, wo das Land jetzt die Mehrheit an der einst kommunalen Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal von einem privaten Investor zurückgekauft hat, passt das Angebot von 143 fertiggestellten Wohnungen nicht zum Bedarf von 369 Wohnungen.

Die Wissenschaftler haben die demografische Entwicklung, aber auch Ersatz für nicht vermietbare oder abgerissene Wohnungen sowie zusätzlichen Wohnraum als Bedarf erfasst.

Aber es gibt auch das umgekehrte Problem in Thüringen: Der Studie zufolge wird der kurzfristige Bedarf in immerhin neun Regionen überschritten. Dazu gehört auch Jena, Thüringens teuerste Stadt zum Wohnen mit einem vergleichsweise knappen Angebot. Dort wurden in den vergangenen drei Jahren 603 Wohnungen fertiggestellt, der Bedarf bis 2020 wurde von den IW-Fachleuten aber nur auf 497 Wohnungen beziffert.

Etwa 20 Prozent über dem ermittelten Bedarf liegen danach auch die Stadt Suhl, der Wartburgkreis sowie der Kreis Sonneberg und das Altenburger Land. Besonders krass ist das Überangebot mit rund 40 Prozent im Kyffhäuser- und Unstrut-Hainich-Kreis. Fast eine Punktlandung mit Werten zwischen 92 und 105 Prozent gab es in den Kreisen Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Geiz, dem Eichsfeld und Sömmerda. Dort stimmten Nachfrage und Angebot also nahezu überein.

Studienautor Ralph Henger sagte zur Entwicklung in einigen Regionen: «Obwohl es auf dem Land viel Leerstand gibt, entstehen relativ viele Neubauten, die bevorzugt werden, obwohl Umbauten im Altbestand vielerorts sinnvoller sind.» Wegen Neubaugebieten vor den Türen von Kleinstädten würden Stadt- und Dorfzentren an Bedeutung verlieren. Der Grundsatz «Umbau vor Neubau» sollte stärker beachtet werden.

Die Studie befasst sich mit der Entwicklung in den deutschen Großstädten, nimmt aber auch die Entwicklung in allen kreisfreien Städten und den Kreisen unter die Lupe.

Nach dem in diesem Jahr vorgelegten Wohnungsmarktbericht der Landesregierung werden perspektivisch etwa 40 000 zusätzliche Wohnungen in Thüringen gebraucht.

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