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Thüringen bereitet sich auf Atom-Endlagersuche vor

30.06.2019 - Noch ist es ruhig um die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland. Aber hinter den Kulissen laufen Vorkehrungen - auch, wie die Bundesländer mit dem ungeliebten Thema umgehen wollen. Das ist auch in Thüringen so.

  • Anja Siegesmund (Grüne), Umweltministerin von Thüringen, während einer Landtagssitzung. Foto: Martin Schutt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Anja Siegesmund (Grüne), Umweltministerin von Thüringen, während einer Landtagssitzung. Foto: Martin Schutt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Thüringen rüstet sich auch personell für die bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager. «Wir werde den Prozess mit eigenen Fachleuten konstruktiv begleiten», sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Bereits im kommenden Jahr wolle die Bundesgesellschaft für Endlagerung Gebiete benennen, die nach ihrer Einschätzung für die dauerhafte Entsorgung hoch radioaktiver Abfälle infrage kommen. Thüringen wolle darauf vorbereitet sein, so Siegesmund. «Ich kann nicht erkennen, dass Thüringen geologisch für ein Atom-Endlager geeignet ist.»

Deshalb solle das Verfahren begleitet werden, sagte die Grünen-Politikerin. Fünf Fachleute würden beim Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz eingestellt, die unter anderem geowissenschaftliche Bewertungen vornehmen sollen - auch in Sachen Endlager.

Siegesmund verwies auf die vielen Erdfall-Regionen im Umfeld der Bergbaugebiete in Thüringen, aber auch auf regelmäßige seismische Vorfälle mit Erschütterungen. «Ich halte deshalb keine Region in Thüringen für vorstellbar als Endlager-Standort für radioaktive Abfälle», sagte die Ministerin.

Unter Fachleuten gelten Gebiete mit Ton, Granit oder Salzvorkommen als mögliche Lagerstätten für die Rückstände aus den Atomkraftwerken, die nach und nach in Deutschland abgeschaltet werden. Thüringen hat vor allem im Norden und Süden des Landes riesige Kali- und Steinsalzlagerstätten, die seit vielen Jahrzehnten ausgebeutet werden.

Viele Kali-Gruben, vor allem im Kyffhäuserkreis und im Kreis Nordhausen, sind in den 1990er Jahren geschlossen worden. Unter der Erdoberfläche liegen unterirdische Hohlräume mit der Ausdehnung von Kleinstädten und einer Tiefe von bis zu 700 Metern, die aufwendig gesichert und stabilisiert werden müssen.

Nach einer Bundestagsentscheidung soll ein Atommüll-Endlager bis 2031 gefunden sein. 2020 will die Bundesgesellschaft für Endlagerung nach eigenen Angaben eine erste Auswertung von geologischen Daten vorstellen. «Die Kommission ist unterwegs. Ob sie Thüringen im Radar hat, ist derzeit noch unklar», so Siegesmund.

Eingelagert werden sollen 1900 Castoren mit Atommüll. Das Endlager soll über eine Million Jahre Sicherheit bieten und dauerhaft den Abschluss der radioaktiven Abfälle von der Biosphäre gewährleisten.

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