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Thüringens Großstädte setzen bei Straßenbahnen auf Ökostrom

27.01.2020 - Nach Erfurt und Jena hat nun auch Gera für seine Straßenbahnen den Schalter komplett auf Ökostrom umgelegt. Doch so weit sind in Thüringen nicht alle Stadtbahn-Betreiber.

  • Es ist eine Erfurter Straßenbahn zu sehen, die an einer Haltestellte hält. Foto: Martin Schutt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Es ist eine Erfurter Straßenbahn zu sehen, die an einer Haltestellte hält. Foto: Martin Schutt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gera/Erfurt/Jena (dpa/th) - Immer mehr Straßenbahnen in Thüringen fahren ausschließlich mit Ökostrom. Während die Bahnen in Erfurt schon seit 2010, die in Jena seit 2013 mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, hat nun auch der Geraer Verkehrsbetrieb komplett umgestellt. Mit diesem Schritt wolle das Unternehmen einen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele in Deutschland und zur Verkehrswende leisten, sagte Geschäftsführer Thorsten Rühle der Deutschen Presse-Agentur. Thüringenweit werden damit jedes Jahr nach Angaben der Verkehrsunternehmen etwa 14 500 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid vermieden.

Allein die Stadtwerke Erfurt bezifferten die Einsparung an CO2 auf etwa 10 000 Tonnen im Jahr. Nach Angaben von Stadtwerkesprecher Henry Köhlert schlägt der Einsatz von Ökostrom jährlich mit Zusatzkosten von etwa 163 000 Euro zu Buche. Auch in Jena hat der städtische Verkehr schon etliche Jahre Erfahrung mit dem Einsatz von grünem Strom. Zwischen 8000 bis 9000 Megawattstunden werden jedes Jahr für die Fahrten der Straßenbahnen gebraucht, informierte Sprecherin Anja Tautenhahn auf Anfrage. Genutzt werden die Stadtbahnen von etwa 15,3 Millionen Menschen im Jahr.

Thüringen gehörte einst zu den Pionieren bei der elektrischen Straßenbahn in Deutschland. Im Februar 1892 rollte erstmals eine solche Bahn auf Schienen durch Gera. Damit war sie nach Halle/Saale deutschlandweit die zweite Stadt mit einem elektrischen Straßenbahnnetz. Nicht erst seit heute leiste die Straßenbahn einen Beitrag dazu, die Umwelt zu schonen, betonte Rühle. Ihr Einsatz sei auch deutlich nachhaltiger als beispielsweise Elektrobusse. «Sie fassen mehr Fahrgäste und können über dreißig Jahre oder länger eingesetzt werden, während die Lebensdauer der Batterien bei Elektrobussen vorsichtig mit etwa acht Jahren eingeschätzt wird.»

2018 nutzten in Gera den Angaben zufolge mehr als 14 Millionen Fahrgäste die Busse und Bahnen, davon 77 Prozent die Straßenbahnen. Für 2019 liege noch keine aktuelle Statistik vor, hieß es. Der Ökostrom stamme aus skandinavischer Wasserkraft und wirke sich nicht auf den Fahrpreis aus, versicherte Rühle. Die zusätzlichen Kosten über vier Jahre beliefen sich auf insgesamt knapp 25 000 Euro. Der Umstieg auf 100-Prozent-Ökostrom sei zum 1. Januar erfolgt.

Auch wenn die Bahnen in den drei größten Thüringer Städten mit grünem Strom unterwegs sind - überall hat sich dies in Thüringen noch nicht durchgesetzt. In Nordhausen, wo die Straßenbahn jährlich von rund 2 Millionen Menschen genutzt wird, fahren die Bahnen mit dem herkömmlichen Strommix, wie die Sprecherin der Verkehrsbetriebe, Franziska Bernsdorf, informierte. «Aktuell ist auch kein Umstieg geplant.» Der Geschäftsführer der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn Gotha GmbH, Karl-Heinz Koch, erklärte, sein Unternehmen müsse bei Ausschreibungen immer den niedrigsten Preis erzielen. «Leider können die erneuerbaren Energien dabei nicht immer berücksichtigt werden.»

Nach Einschätzung von Verbraucherschützern führt der Bezug von Ökostrom nicht zwangsläufig dazu, dass in Deutschland mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Denn der Strom selbst kommt erst einmal weiter aus den gewohnten Quellen. Der Stromanbieter muss aber für den als grün verkauften Strom Herkunftsnachweise erwerben. Da es diese in Deutschland kaum gebe, stammten sie häufig aus Skandinavien oder Österreich, hieß es.

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