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Thüringens Handwerkern brechen Aufträge weg

26.04.2020 - Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen viele Handwerker hart. Sie verbuchen starke Umsatzeinbußen. Die Erwartungen an die schrittweisen Lockerungen sind hoch.

  • Ein Handwerker arbeitet in einer Wohnung. Foto: Axel Heimken/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Handwerker arbeitet in einer Wohnung. Foto: Axel Heimken/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Probleme im Thüringer Handwerk haben sich weiter verschärft. Mehr als die Hälfte der Betriebe hätten in der Corona-Krise die Erfahrung gemacht, dass gewerbliche oder private Auftraggeber bereits erteilte Aufträge stornierten, teilte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstags, Thomas Malcherek, in Erfurt mit. Einige Betriebe sähen sich in ihrer Existenz bedroht. Lediglich jeder elfte Handwerksbetrieb habe in einer Umfrage angegeben, keine negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren.

Um die Betriebe vor dem Aus zu bewahren, müssten sie beim Übergang vom Stillstand zur Normalität unterstützt werden, erklärte Malcherek. «Wir fordern, die Betriebe von Lasten finanzieller und verwaltungstechnischer Art zu befreien.» Neben der zinslosen Stundung von Steuern, dem Herab- oder Aussetzen der Gewerbesteuervorauszahlungen hoffe das Handwerk auf die unbürokratische Vergabe und Abwicklung von Aufträgen.

FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich verlangte eine Vereinfachung des Gesetzes zur Vergabe öffentlicher Aufträge in Thüringen. Statt eines Bieterwettbewerbs solle es zumindest zeitweise ein Verhandlungsverfahren geben. Das sei bisher nur bei der Beschaffung von Gütern zur Eindämmung der Corona-Pandemie möglich, erklärte er in Erfurt.

Weit verbreitet ist laut Malcherek jetzt auch im Handwerk Kurzarbeit. Laut der Umfrage plant jeder zweite Betrieb, für einen Teil oder die gesamte Belegschaft Kurzarbeit anzumelden oder hat das bereits getan. Neun Prozent der Betriebe erwägen demnach die Kündigung von Mitarbeitern und zwölf Prozent eine vorübergehende Schließung.

In Thüringen sind seit mehreren Wochen viele Handwerksbetriebe mit direktem Kundenkontakt zum Schutz vor einer Weiterverbreitung der Pandemie geschlossen. Ausnahmen gelten beispielsweise für Hörgeräteakustiker und Optiker. Friseure sollen am 4. Mai wieder öffnen dürfen - wenn sie die Infektionsschutzauflagen erfüllen.

Das Handwerk ist in Thüringen mit knapp 30 000 Betrieben und rund 150 000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Jahresumsatz lag bisher bei rund elf Milliarden Euro.

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