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Thüringer Literaturpreis an Sibylle Berg vergeben

03.09.2019 - Erfurt (dpa/th) - Mit einer Rede zum Thema Heimat hat Sibylle Berg den Thüringer Literaturpreis entgegengenommen. «Heimat ist für mich der Ort, um den ich mich sorge. Es ist die Welt», sagte Berg zum Abschluss ihrer Dankesrede am Dienstagabend, als sie in Erfurt den Preis für ihr literarisches Werk entgegennahm.

  • Sibylle Berg liest während der Digitalkonferenz «re:publica» aus ihrem Roman «GRM: Brainfuck». Foto: Soeren Stache/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sibylle Berg liest während der Digitalkonferenz «re:publica» aus ihrem Roman «GRM: Brainfuck». Foto: Soeren Stache/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zuvor hatte die in den 1960er Jahren in Weimar geborene Autorin («GRM Brainfuck») sich zur Bedeutung des Heimat-Begriffs für ihre eigene Biografie und für die Gesellschaft geäußert. «Ich bin aus einem Osten, den es nicht mehr gibt», sagte sie. Sie erinnere sich etwa an lange, leere Landstraßen - gut zum Wandern geeignet, weil Verkehr überschaubar war. «Ein Land ohne Hunger, ohne Obdachlosigkeit und ohne Homosexuelle», sagte Berg weiter. Für sie selbst bedeute Heimat nicht viel. Aber: «Vielleicht ist diese Heimat, nach der sich viele sehnen, nichts anderes als die Erinnerung an die Jugend.»

Berg sei eine «unglaublich toughe Frau, die mitten in gesellschaftlichen Kontroversen steht», sagte Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke). Glücks-Placebos und Ähnliches seien ihre Sache nicht. Berg sei ungeheuer produktiv mit Theaterstücken, Romanen und Kolumnen, die in 34 Sprachen übersetzt wurden, sagte Literaturwissenschaftlerin Johanna Bohley (Uni Jena) in ihrer Laudatio. Bergs Stimme sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Gegenwartsdiskurses. «Sie ist eine Aufklärerin und Moralistin - im guten Sinne.»

Berg, die in Zürich lebt, hat bereits viele Auszeichnungen erhalten, darunter den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis und den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Der Thüringer Literaturpreis wird seit 2005 alle zwei Jahre vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Lutz Seiler, Wulf Kirsten und Kathrin Schmidt.

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