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Tiefensee: Wirtschaftsstillstand bewirkt Milliardenschaden

29.03.2020 - Wie lange hält die Wirtschaft die Zwangspause durch die Corona-Krise aus? Wirtschaftsminister Tiefensee hofft, dass die Thüringer mithelfen, dass die Produktion nach den Osterferien Schritt für Schritt hochgefahren werden kann.

  • Wolfgang Tiefensee. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wolfgang Tiefensee. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet, dass aus dem Soforthilfeprogramm des Landes für kleine Unternehmen bis zu 250 Millionen Euro gezahlt werden müssen. Der Bedarf werde nach seiner Einschätzung damit deutlich höher ausfallen als die zunächst geschätzten 175 Millionen Euro, sagte Tiefensee am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der SPD-Politiker appellierte an die Thüringer, die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuhalten, damit die Wirtschaft nach etwa einmonatiger Zwangspause nach dem 20. April Schritt für Schritt wieder hochgefahren werden könne.

Das Land hatte das Hilfsprogramm Anfang vergangener Woche gestartet. Nach weniger als fünf Tagen lagen bereits rund 20 000 Anträge von Selbstständigen und kleinen Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten vor, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. «Es gibt einen großen Run auf die Hilfen für Unternehmen in Not.» Das zeige auch, wie problematisch die Lage sei, so Tiefensee. Es dürfte nicht passieren, dass ganze Branchen an den Abgrund gerieten.

Mit der Soforthilfe - seit vergangenen Freitag gibt es auch ein Bundesprogramm - werde gesichert, dass die Wirtschaft etwa einen Monat mit Stillstand oder deutlichen Einschränkungen in der Produktion oder im Geschäftsbetrieb überbrücken könne, sagte der Minister. «Im zweiten Monat sollten wir die Wirtschaft wieder anfahren können.»

Dafür gebe es nach seiner Meinung nach Strategien, die parallel laufen müssten: Die Anzahl der Tests auf das Coronavirus sowie die der Intensivbetten in den Krankenhäusern müsste erhöht und das medizinische und Pflegepersonal sicher geschützt werden.

«Vieles hängt auch vom Verhalten der Menschen ab. Angesichts der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken habe ich kein Verständnis dafür, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten, die die Infektionsgefahr eindämmen sollen.» Bis zum Ende der Osterferien müsste erreicht werden, dass die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr so schnell steige. Zudem müssten Risikogruppen besonders geschützt werden.

«Dann können wir nach dem 20. April auch das wirtschaftliche Leben möglichst schnell wieder hochfahren.» Automobilzulieferer, die die Thüringens Wirtschaft prägen, aber auch der Maschinenbau oder Handwerksbetriebe mit ihren rund 150 000 Beschäftigten müssten in die Lage versetzt werden, dass sie wieder produzieren und arbeiten könnten.

Sollte die Wirtschaft zwei Monate lang auf Sparflamme wie bisher laufen müssen, wäre das nach Schätzungen allein in Thüringen mit Wertschöpfungsverlusten von fünf bis zehn Milliarden Euro verbunden. Das sei ein immenser Schaden.

Bundesweit wurde am Wochenende über Exit-Strategien aus den derzeitigen Einschränkungen und dem richtigen Zeitpunkt dafür diskutiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Politiker mahnten die Menschen zu Geduld.

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