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Trotz Lieferproblemen weiter Corona-Impfungen in Thüringen

15.01.2021 - 19 000 Menschen haben in Thüringen bislang die Corona-Erstimpfung erhalten. Jetzt drohen Lieferprobleme beim Impfstoff. Dennoch könnte die Immunisierung schneller vorangehen, sagt ein renommierter Infektionsmediziner.

  • Eine Pflegerin wird gegen das Coronavirus geimpft. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Pflegerin wird gegen das Coronavirus geimpft. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Thüringen sollen die Corona-Impfungen trotz bekannt gewordener Impfstoff-Lieferprobleme vorerst wie geplant fortgesetzt werden. Die für Montag erwartete nächste Lieferung von rund 19 500 Impfdosen solle wie geplant eintreffen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Erfurt nach einer kurzfristig anberaumten Schaltkonferenz der Landes-Ressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. Noch müssten weitere Informationen abgewartet werden.

Der Pharmakonzern Pfizer rechnet wegen Umbauarbeiten in seinem Werk im belgischen Puurs von Ende Januar bis Anfang Februar mit Einschränkungen für die Corona-Impfstoff-Lieferungen in Europa. Thüringens Ressortchefin Heike Werner (Linke) nannte diese Nachricht «eigentlich unfassbar». Jetzt heiße es, «trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren». Bislang ist unklar, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen.

In Thüringen hatten bis Freitagmorgen gut 19 000 Menschen eine Corona-Impfung erhalten. Die Zahl der Geimpften erhöhte sich von Donnerstag zu Freitag auf 3579, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Davon entfielen rund 900 auf die 14 am Mittwoch eröffneten zentralen Impfstellen und 800 auf Impfungen in Pflegeheimen durch mobile Teams. Krankenhäuser meldeten innerhalb eines Tages 1885 weitere Impfungen. Thüringen hat 2,1 Millionen Einwohner.

Der Infektionsmediziner Mathias Pletz vom Universitätsklinikum Jena plädierte angesichts der niedrigen Zahlen dafür, nicht wie bisher in Thüringen praktiziert sämtlichen für die notwendige Zweitimpfung reservierten Impfstoff zurückzuhalten. «Wir sollten ihn weitgehend so schnell wie möglich einsetzen», sagte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Damit könnten schneller mehr Menschen geschützt werden, da bei mehr als 80 Prozent der Geimpften bereits nach zwölf Tagen eine Schutzwirkung eintrete. Dies sei auch angesichts der bekannt gewordenen Lieferprobleme, für die Pfizer mit einem Zeitraum von Ende Januar bis Anfang Februar rechnet, möglich.

Die Ständige Impfkommission habe den Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung auf 60 Tage - zwei Monate - hochgefahren. «Das ist genügend Sicherheit, dass weiterer Impfstoff geliefert wird», sagte Pletz. Wenn Nachlieferungen ausfielen, seien notfalls auch auch drei Einzelimpfungen möglich, um den vollen Impfschutz zu bekommen.

Die Corona-Immunisierung besteht aus zwei einzelnen Impfungen, die bislang in drei bis vier Wochen Abstand gegeben werden sollen. In Thüringen wird derzeit die Hälfte der gelieferten Vorräte für die Zweitimpfung zurückgestellt, um gegen Lieferausfälle gewappnet zu sein. Werner sieht sich in diesem vorsichtigen Kurs bestätigt. Thüringen habe von Anfang an auf Sicherheit gesetzt.

Die am Mittwoch im Freistaat eröffneten Impfzentren sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung auch an diesem Samstag in Betrieb. Wegen des Impfstoffmangels werden zunächst unter anderem vorrangig Menschen über 80 Jahre gegen Corona geimpft. Zu dieser Bevölkerungsgruppe gehören laut Statistischem Bundesamt rund 169 000 Menschen im Land.

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