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Über 6600 Corona-Infektionen: Kultur sauer wegen Schließung

30.10.2020 - Neben Gaststätten und Hotels sind auch Kulturschaffende von den ab Montag geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen. Daraus, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen, machen sie kein Hehl.

  • Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Kulturrat Thüringen und der Museumsverband Thüringen haben sich kritisch zu der von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beschlossenen Schließung von Kultureinrichtungen geäußert. «Deutschlandweit ist uns kein einziger Infektionsherd bekannt, der aus einer Musikschule, einem Theater- oder Konzertsaal, einem Museum oder einer Bibliothek resultierte», hieß es in einem offenen Brief an die Landesregierung, den der Kulturrat veröffentlichte.

Der Museumsverband legte Wert auf die Feststellung, dass in allen Häusern zudem ausgefeilte Infektionsschutzkonzepte umgesetzt worden seien, mit denen dosierte und sichere Zugänge zu den musealen Kultur- und Bildungsangeboten ermöglicht wurden. Verbandspräsident Thomas Müller bat Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), eine schnellstmögliche Wiederöffnung der Museen zu prüfen.

Sauer reagierte der Kulturrat auf die seiner Meinung nach in den Beschlüssen zu erkennende Herabwürdigung der Kultur. Der Begriff sei darin nicht einmal gefallen. Stattdessen seien die Belange der Kultur «im Kontext von Freizeitgestaltung, Vergnügung und in einem Atemzug mit Fitnessstudios und Bordellen genannt, mithin also zum wiederholten Mal in einen Zusammenhang der Verzichtbarkeit gebracht» worden.

Auch der Kulturrat forderte «die Weiteröffnung der Bereiche der Kulturellen Bildung, die nicht unmittelbar in die vorgestern getroffenen Entscheidungsbereiche fallen und analog zum Schul- und Kita-Betrieb infektionssicher gestaltbar sind.» Genannt wurden unter anderem Musik- und Jugendkunstschulen, Volkshochschulen, Bibliotheken und Bildungsangebote von Museen.

Von Mittwoch auf Freitag sind in Thüringen innerhalb eines Tages 241 Neuinfektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Infektionen stieg damit auf nunmehr 6624, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Erfurt mitteilte.

In den vergangenen sieben Tagen haben sich den Angaben nach 1169 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage, liegt bei 54,8 und somit über dem als kritisch geltenden Wert von 50.

Den Angaben zufolge werden derzeit 29 Corona-Infizierte auf Intensivstationen behandelt, drei weniger als am Vortag. Acht Patienten müssen künstlich beatmet werden, wie aus dem nationalen DIVI-Intensivregister hervorgeht. 4870 Menschen gelten nach Schätzungen als genesen, 204 Patienten sind an oder mit dem Corona-Virus gestorben.

Derweil sagten auch die Organisatoren der «artthuer - 12. Kunstmesse Thüringen» ihre Veranstaltung ab. Die nach eigenen Angaben «größte mitteldeutsche Kunstmesse» sollte vom 6. bis 8. November 2020 auf der Messe Erfurt stattfinden. Die «artthuer» hätte seit dem ersten Lockdown im Frühjahr in diesem Jahr für viele Künstler «die einzige Perspektive geboten, mit ihrer Kunst wieder öffentlich wahrgenommen zu werden und Einnahmen über Verkäufe zu erzielen», hieß es. Die Kunstmesse zählt nicht zu den Fachmessen, die veranstaltet werden dürften.

Enttäuschung herrschte auch bei den Organisatoren der 28. jüdisch-israelischen Kulturtage. So falle die Eröffnung der Kulturtage und die damit verbundene Eröffnung der Menora-Karte aus, die offiziell von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hätte gezeigt werden sollen. Das Online-Portal zeigt auf einer virtuellen Karte historische und aktuelle Orte und Gebäude jüdischen Lebens in Thüringen.

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