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Verband: Milliardeninvestitionen in Wohnungen nötig

29.08.2020 - In den 1990er Jahren wurden die meisten Mietwohnungen in Thüringen saniert. Jetzt steht die zweite Welle an. Vor allem die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsgesellschaften stehen vor hohen Ausgaben.

  • Leerstehende Gebäude von ehemaligen Textilbetrieben in Greiz. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leerstehende Gebäude von ehemaligen Textilbetrieben in Greiz. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft rechnet mit einem schnell steigenden Investitionsbedarf der kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen. «Wir gehen davon aus, dass sich das jährliche Investitionsvolumen in den kommenden zehn bis zwölf Jahren fast verdoppelt», sagte Verbandsdirektor Frank Emrich der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Grund sei, dass eine Vielzahl der Wohnungen, die in den 1990er Jahren saniert oder modernisiert wurde, jetzt erneut in die Kur genommen werden muss.

Derzeit liege das jährliche Investitionsvolumen der im Verband organisierten Unternehmen bei etwa 540 Millionen Euro. «Wir erwarten, dass es vor allem wegen der nächsten Sanierungswelle kontinuierlich auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr steigen wird», so Emrich.

Der Verband vertritt nach eigenen Angaben etwa 200 kommunale und genossenschaftliche Wohnungsanbieter, die mehr als 264 000 Wohnungen bewirtschaften. Etwa jeder zweite Mietervertrag in Thüringen bestehe mit einem Verbandsunternehmen.

Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, die von der Größe sehr unterschiedlich seien, bezeichnete der Verbandsdirektor als stabil. Weiterhin werde jedoch über Kooperationsmöglichkeiten bis hin zu Fusionen nachgedacht. «Das hat nichts mit wirtschaftlichen Problemen zu tun, sondern mit strukturellen Fragen.»

Hauptproblem sei angesichts des Bevölkerungsrückgangs in Thüringen, ländliche Regionen attraktiv als Wohnort zu halten. Dafür trage auch die Politik eine Verantwortung. Bereits jetzt stehe in ländlichen Gebieten im Schnitt jede zehnte Wohnung leer. In Städten wie Erfurt oder Weimar seien es nur etwa zwei Prozent Leerstand.

Nach Verbandsangaben liegt die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen bei den Genossenschaften oder kommunalen Wohnungsgesellschaften in Thüringen derzeit bei 5,08 Euro pro Quadratmeter. Der jährliche Mietanstieg betrage im Schnitt 1,5 Prozent. Die Mietschulden, die in der Corona-Krise entstanden, sind laut Verband nicht so dramatisch wie befürchtet. «Weniger als ein Prozent unserer Mieter hat das Angebot auf Mietstundungen angenommen.» Einige der Unternehmen hätten bereits vor Jahren eine Mietschuldnerberatung eingerichtet.

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