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Verdächtige Sendung an Höcke: Landtag teils gesperrt

15.01.2020 - Staatskanzlei, Gerichte, Rathäuser - wiederholt haben Briefe mit verdächtigen Substanzen in Thüringen für Aufregung gesorgt. Diesmal war eine Postsendung an den AfD-Politiker Höcke Auslöser eines Einsatzes der Polizei.

  • AfD-Fraktionschef Björn Höcke telefoniert im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    AfD-Fraktionschef Björn Höcke telefoniert im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erfurt (dpa/th) - Eine verdächtige Postsendung an den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat am Mittwoch für einen größeren Einsatz von Rettungskräften am Thüringer Landtag und eine teilweise Sperrung des Gebäudes gesorgt. Die Sendung sei am Dienstag bei Höckes privater Wohnadresse eingegangen und am Vormittag im Landtag geöffnet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Dabei sei eine verdächtige Substanz entdeckt worden. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt rückten mit mehreren Fahrzeugen an. Es könne bereits ausgeschlossen werden, dass es sich um Sprengstoff handele, hieß es.

Weitere Prüfungen beim Landeskriminalamt und im Landesamt für Verbraucherschutz liefen aber noch, hieß es. Ob eine konkrete Gefahr bestand, sei noch unklar. Laut Landtag kann die weitere Untersuchung der Substanz noch einige Tage dauern. Verletzt wurde niemand. Menschen, die in Kontakt mit der verdächtigen Sendung gekommen waren, seien dekontaminiert worden, hieß es von der Polizei.

Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) äußerte sich erleichtert, dass niemand zu Schaden kam. «Unabhängig davon, ob sich die Sendung als gefährlich erweisen wird: Ich verurteile jede Art von Bedrohung - ganz gleich gegen wen», erklärte sie.

Ersten Angaben zufolge hatte Höcke die Sendung selbst mit in den Landtag genommen. Weitere Angaben machte die Polizei dazu zunächst nicht, der Politiker sollte im Laufe des Tages noch befragt werden. Der Landtag wurde nicht geräumt, Teile des Gebäudes konnten aber nicht über die üblichen Zugänge betreten werden. Die Arbeit im Landtag sei nicht beeinträchtigt gewesen, sagte ein Sprecher. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden, erst am Nachmittag rückten die letzten Einsatzkräfte wieder ab.

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