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Verfügung in Kraft: Jäger dürfen Wolf-Mischlinge schießen

25.02.2020 - Seit Dienstag dürfen mehr Jäger den Wolf-Hund-Mischlingen bei Ohrdruf behördlich erlaubt auf den Pelz rücken. Die Fellfarbe der Tiere spielt dabei eine entscheidende Rolle.

  • Ein Jäger zielt mit seinem Gewehr. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Jäger zielt mit seinem Gewehr. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ohrdruf/Erfurt (dpa/th) - Mehr Jägern als bisher ist es nun gestattet, die noch verbliebenen Wolf-Hund-Mischlinge auf dem Truppenübungsplatz bei Ohrdruf zu schießen. Seit Dienstag ist eine entsprechende Allgemeinverfügung dafür in Kraft, wie das Umweltministerium und das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz am selben Tag bestätigten. Bislang durften nur speziell vom Ministerium bestimmte Jäger die Hybriden töten.

Die Tiere stehen eigentlich ähnlich wie ihre Wolfsmutter unter Schutz. Das Umweltministerium erwirkte allerdings aus Artenschutzgründen eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Mischlinge. Dadurch solle verhindert werden, dass die Tiere den Genpool freilebender Wölfe verwässern.

Zuletzt wurden innerhalb weniger Tage drei Tiere geschossen, sodass Behörden nun noch von zwei Mischlingen ausgehen, die wie ihre Mutter auf dem Truppenübungsplatz bei Ohrdruf leben. Dabei soll es sich jeweils um einen Mischling mit schwarzen Fell, das an einen Haushund erinnert, und einen mit wolfsgrauen Pelz handeln.

Die Fellfarbe ist wichtig, da die Frist zur Abschussgenehmigung für das Tier mit dem grauen Pelz Ende April verstreicht. Die Frist für den Mischling mit dem schwarzen Fell läuft dagegen erst Ende des Jahres aus. Dahinter stecken die Angst vor einer Verwechslungsgefahr und der Mutterschutzgedanke: Vor allem auch der Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) befürchtet, dass die Jäger statt des graufarbenen Hybriden die Wolfsmutter schießen könnten. Auch der Wolfsrüde, der sich nach Experteneinschätzung seit vergangenem Jahr zu der Wölfin gesellt hat, könnte ins Fadenkreuz geraten.

Der Wolf an sich ist aber streng geschützt und darf deshalb nur in Ausnahmefällen gejagt werden. Für die Wölfin selbst steht eine juristische Entscheidung darüber aus, ob es sich bei ihr um einen solchen Fall handeln könnte. Sie hatte wiederholte Male nachweislich als besonders sicher geltende Schutzzäune überwunden, Schafe und Ziege gerissen und so erheblichen Schaden verursacht.

Aktuell wurde aber einem gerichtlichen Eilantrag, der zumindest vorläufig ihren Abschuss verbietet, stattgegeben. Spätestens ab Mai dürfte die Wölfin aber ohnehin vorerst nicht geschossen werden. Denn dann greift quasi Mutterschutz, da sie sich möglicherweise erneut um Nachwuchs kümmern muss.

Die Wölfin lebt seit 2014 auf dem Bundeswehrübungsplatz. Sie galt lange als einzige Vertreterin ihrer Art mit festem Revier in Thüringen. Wohl in Ermangelung eines Artgenossen paarte sie sich zuerst mit einem Haushund und warf Mischlinge. Ein Sohn aus diesem ersten Wurf zeugte mit der Wölfin schließlich weitere Mischlinge. Bei Letzteren handelt es sich um die aktuell verbliebenen Hybriden.

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