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Vor 30 Jahren: Die Berliner Mauer kommt weg

11.06.2020 - Es war ein historischer Moment, als Bagger auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße in Berlin anrückten und die Mauer wegdrückten. Drei Jahrzehnte später erinnert dort noch ein kleiner Teil der originalen DDR-Grenze an das geteilte Berlin.

  • Ein Schaufelbagger reißt die Berliner Mauer an der Bernauer Straße ein. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schaufelbagger reißt die Berliner Mauer an der Bernauer Straße ein. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wo es einst dramatische Fluchten in den Westen gab, begann vor 30 Jahren der endgültige Abriss der Berliner Mauer. An der Bernauer Straße wurden am 13. Juni 1990 mit schwerem Gerät Betonteile der DDR-Grenzanlage abgerissen. Hunderte Schaulustige kamen, Wunderkerzen wurden geschwenkt, Sektkorken knallten.

Die Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt aus diesem Anlass ab Samstag eine Sonderausstellung unter freiem Himmel mit dem Titel «Europas Grenz-Werte: Vom Mauerfall bis Corona». Mit großformatigen Fotos sowie Texten solle der Blick auf Europas Grenzen vom Mauerfall bis in die vom Coronavirus gezeichnete Gegenwart gelenkt werden, teilte die Mauer-Stiftung mit. Zur Eröffnung wird auch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) erwartet.

Zwar seien die Systemgrenzen des Kalten Krieges verschwunden, doch es sei eine Rückkehr der Zäune zu beobachten, hieß es. Neue Anlagen sicherten Außengrenzen und in der Pandemie entstünden neue Begrenzungen. Die Ausstellung spanne den Bogen bis in die Gegenwart und frage nach Europas Werten, so die Stiftung.

Nachdem die Mauer an der Bernauer Straße zum großen Teil abgeräumt war, wurden in den folgenden Wochen allein mehr als 70 Straßenverbindungen zwischen beiden Teilen Berlins wieder hergestellt. Heute gibt es nur noch wenige Orte in der Hauptstadt, an denen etwas Originales von dem etwa 155 Kilometer langen und scharf bewachten DDR-Betonwall zu sehen ist. Der Todesstreifen war zuletzt 15 bis 150 Meter breit.

An der Bernauer Straße steht laut Stiftung das letzte Stück der Berliner Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist. Die dortige Gedenkstätte ist der zentrale Ort für die Erinnerung an die deutsche Teilung. Auf dem einstigen Todesstreifen wurde auf 1,4 Kilometer Länge eine Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel eingerichtet. 2019 kamen mehr als 1,2 Millionen Besucher.

An der Bernauer Straße spielten sich nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 dramatische Szenen ab. Die Häuser gehörten nun zum Osten, der Bürgersteig zum Westen, Menschen versuchten in den ersten Tagen noch, aus den Fenstern in den Westen zu springen. Dann wurde zugemauert.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer durch das DDR-Grenzregime mindestens 140 Menschen.

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