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Vorwürfe gegen Sicherheitsdienst von Erstaufnahmeeinrichtung

01.10.2020 - Kam es im Flüchtlingsheim in Suhl zu einem Übergriff von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes auf eine Frau? Vieles ist noch völlig unklar. Die Polizei ermittelt.

  • Asylbewerber gehen auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl spazieren. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Asylbewerber gehen auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl spazieren. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Thüringer Flüchtlingsrat hat schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl erhoben. So sollen diese versucht haben, einer Bewohnerin des Heims gewaltsam ihr Handy abzunehmen und sie anschließend geschlagen und auf den Boden gedrückt haben, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Flüchtlingsrats. Nach Angaben eines Sprechers des Migrationsministeriums ermittelt die Polizei.

Diese sei am Dienstag zu einer mutmaßlichen Körperverletzung in die Erstaufnahmeeinrichtung gerufen worden, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Anlass dafür sei gewesen, dass der Sicherheitsdienst in einem Zimmer versucht habe, das Hausrecht durchsetzen. Dort soll eine Kochplatte unerlaubt verwendet worden sein.

Ein Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte, das Land habe das für die Einrichtung beauftragte private Sicherheitsunternehmen aufgefordert, die Männer dort zunächst nicht mehr einzusetzen. Die drei mutmaßlich an dem Vorfall beteiligten Wachmänner sollten auch zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr in dem Heim arbeiten, bis die Vorwürfe geklärt seien. Das Landesverwaltungsamt ist für die Flüchtlingsunterbringung in Thüringen maßgeblich mitverantwortlich.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Landesverwaltungsamtes hat es in dem Zimmer «eine Rangelei» gegeben. Laut dem Migrationsministerium wurde dabei ein Mitarbeiter des Wachschutzes durch zwei Bewohner der Flüchtlingsunterkunft leichte verletzt. Ein Sprecher des Flüchtlingsrates erklärte auf dpa-Nachfrage, unter den Bewohnern des Heims habe es im Zuge der Auseinandersetzung mindestens drei Verletzte gegeben: zwei Frauen und einen Mann.

Eine der beiden verletzten Frauen soll zudem erst vor wenigen Wochen während der Schwangerschaft ihr Kind verloren haben, sagte der Sprecher des Flüchtlingsrates. Dabei soll es sich nicht um die Frau gehandelt haben, die zu Boden gedrückt worden sein soll. Sie soll laut Flüchtlingsrat tagelang vergeblich um medizinische Betreuung gebeten haben, bis im Klinikum Suhl nur noch der Tod des ungeborenen Kindes habe festgestellt werden können. Nach übereinstimmenden Angaben des Flüchtlingsrates und des Migrationsministeriums liegt zu diesen Vorwürfen inzwischen eine weitere Anzeige bei der Polizei vor.

Der Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der Frau während ihrer Schwangerschaft medizinische Hilfe verwehrt worden sei. Auch dazu liefen die Ermittlungen aber weiter. Der Frau sei nach dem Verlust des Kindes psychologischer Beistand angeboten boten. Diesen habe sie auch angenommen.

Linke und SPD forderten inzwischen ebenso wie der Flüchtlingsrat eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe.

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