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Warnstreiks im Öffentlichen Dienst und am Kreiskrankenhaus

21.10.2020 - Erneut haben am Dienstag Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes mit Warnstreiks Druck in der laufenden Tarifauseinandersetzung gemacht. In Schleiz legten Krankenhausbeschäftigte für einen Tag die Arbeit nieder.

  • Ein Mann mit Trillerpfeife bei einem ver.di-Warnstreik. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann mit Trillerpfeife bei einem ver.di-Warnstreik. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes der Kommunen und des Bundes aus Erfurt, Gera, Jena und Ilmenau haben am Dienstag bei einer Warnstreik-Kundgebung in Erfurt für mehr Lohn demonstriert. Insgesamt hätten 140 Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen, darunter auch Sparkassen, an der Kundgebung teilgenommen, sagte die Thüringer Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Corinna Hersel. Aufgrund der aktuellen Corona-Infektionszahlen habe man beschlossen, dass aus den einzelnen Bereichen nur Delegierte geschickt werden. Laut Verdi sei ein besonderes Ärgernis, dass es in diesem Jahr keine Lohnerhöhung mehr geben soll.

Die Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die Gewerkschaft fordert bei einer einjährigen Laufzeit allerdings ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und andere Angestellte. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag angesetzt.

In Schleiz haben sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch 35 Beschäftigte des Kreiskrankenhauses an einem Warnstreik beteiligt. Alle regulären Operationen hätten abgesagt werden müssen, berichtete Gewerkschaftssekretär Philipp Motzke. Die Beschäftigten des Krankenhauses hätten jedoch sichergestellt, dass es einen Notdienst gab. Motzke zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung: «Insgesamt gibt es hier 120 Beschäftigte und wenn man dann auch noch berücksichtigt, dass Ferienzeit ist, war die Teilnehmerzahl sehr gut.»

Hintergrund des Warnstreiks sei, dass das Kreiskrankenhaus saniert werden und ein großer Teil des Krankenhauses in eine Pflegeeinrichtung mit einem externen Betreiber umgewandelt werden soll. Die Gewerkschaft fordert in diesem Zusammenhang die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Beschäftigungssicherung der Angestellten. Unter anderem sollen betriebsbedingte Kündigungen mit dem Tarifvertrag ausgeschlossen werden.

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